So was von da

rebloggt von Alles mit Links.:

"Zum Abschied habe ich noch drei gut gemeinte Worte für euch:
Werdet. Er. Wachsen."
Ich: "Was meint er?"
Pablo: "Keine Ahnung."
*

Chaos ist angesagt. Nicht so ein normales Durcheinander. Da will eine Welt unter gehen, mit Pauken und Trompeten. Trotzdem ist es aus der Ferne betrachtet nur ein Strum im Wasserglas. Für die Helden der Geschichte ist diese Schlußfolgerung naturgemäß falsch.

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Eine richtig gute Besprechung zu einem richtig guten Buch. Von allesmitlinks.wordpress.com
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Vakuum – Lukas Jüliger

vakuum

Copyright Reprodukt

Die Langeweile der Vorstadt kann tödlich sein. Mehr als du denkst. Ganz genau so geht es auch dem Jungen in Lukas Jüligers Debüt ‘Vakuum’.

Es sind die letzten Schultage vor den Sommerferien, vor dem Abschluss. Danach heißt es: School’s out for summer, school’s out for ever!
Beim Tagträumen in einer versteckten Ecke hinter dem Schulgebäude steht plötzlich dieses Mädchen über ihm. Es ergreift die Initiative, die ihm immer gefehlt hat und spricht ihn an. Schnell werden die beiden Freunde und bald auch mehr als das. Es geschieht endlich etwas im Leben des Jungen. Und das war endlich mal nötig, denn Freunde hat er keine (mehr).

Sein einziger Freund ist bei einem Experiment der beiden mit halluzinogenen Blumen irgendwo im Äther hängengeblieben, zumindest der interaktive, menschliche Teil seiner Persönlichkeit. Seitdem entledigt er sich seiner Besitztümer und legt auch sonst einer erhöhte Zerstörungswut an den Tag. So trifft man ihn  schon mal des Nachts auf dem Parkplatz, wo er seine Möbel verbrennt. Man könnte direkt sagen, er befindet sich in einer Art aktivem Wachkoma.

Doch zurück zu dem neuen Mädchen in seinem Leben, denn da gibt es etwas, dass den Jungen stört, verstört und befremdet. Bei jedem Zusammensein der beiden kommt der Augenblick, an dem das Mädchen auf einmal dringend weg muss. Egal, wie nah sich die beiden auch gerade noch waren – zack, verschwindet sie und er bleibt verdutzt zurück.

Was es mit diesem Geheimnis auf sich hat, erfährt man später, denn der Junge entschließt sich, dem Mädchen zu folgen. In den Wald zu einem alten Wohnwagen und in diesem, durch den Küchenschrank in ein Erdloch…

Eine Szene, die man am Anfang erstmal für unwichtig hält, wird später noch große Bedeutung bekommen: der Junge beobachtet einen anderen, wie der am frühen Morgen eine Matratze den Hang hinauf in den Wald trägt. Eine tragische Geschichte wird sich daraus ergeben, denn der Junge mit der Matratze bringt sich dort um. Aber nicht nur sich. Und sein Bruder wird daraufhin zum apokalyptischen Engel der Geschichte.

Anhand der Farbgebung kann man sich im Prinzip schon von Beginn an denken, dass diese Erzählung keine lustige sein wird. Düstere Erdtöne bestimmen die Seiten, ganz so wie das Cover es schon vorgibt. Dort sieht man übrigens schon die drei Hauptfiguren, ganz so, wie sie auch im Buch agieren werden – einander verbunden, dennoch getrennt.
Ich hatte vor der Lektüre nur noch eine düstere Erinnerung, dass dieses Debüt beim Erscheinen an verschiedenen Stellen gelobt worden war. Von der Geschichte selber allerdings nur eine sehr vage Vorstellung. Umso mehr war ich dann beeindruckt von der tragischen Intensität der Bilder, ebenso wie von den kreativen Einfällen des Autor, wodurch die Geschichte nie langweilig wird.

Da die Graphic Novel für mich so etwas der Schnittpunkt zwischen Film und Literatur ist, ziehe ich hier mal den Vergleich zum bewegten Bild. Wenn ihr also Filme mögt und nicht so richtig wisst, ob das Buch etwas für euch sein könnte – die Story könnte auch ein Film sein, der sich bewegt zwischen Larry Clark, David Lynch und Gus Van Sant.

Ich freue mich immer, wenn es eine tolle neue Graphic Novel von einem deutschen Autor gibt, neben den alten Größen Kleist und Kreitz und wenn es dann noch eine derart beeindruckende ist, natürlich umso mehr.

Absolute Leseempfehlung!

Hier findet ihr eine Leseprobe: Vakuum

Bibliografisches:

EAN 9783943143157

Erschienen im Reprodukt Verlag, Januar 2013112 Seiten, kartoniert

€ 20,00

Kategorien: Belletristik, Biographie, Comic, Deutsche Literatur, Graphic Novel | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Roland Spranger: Kriegsgebiete

rebloggt von SchöneSeiten:

Klicke, um den Original-Artikel zu besuchen

»Aus dem Scheißafghanistan kommst du nicht mehr raus«

Mitte April fand in Berlin das von Tobias Gohlis und Thomas Wörtche initiierte Symposium »Krimis machen 1« statt, wo Autoren, Verleger, Lektoren, Buchhändler und Literaturkritiker über den Zustand der deutschen Spannungsliteratur diskutierten (ein Fazit, dem ich voll und ganz zustimme, gibt es hier). Nicht nur in beruflicher Hinsicht war die Tagung für mich eine Bereicherung, auch als Bloggerin habe ich so einiges für mich mitnehmen können.

Weiterlesen… noch 1.092 Wörter

Ein mir bisher unbekanntes Buch, aus kleinem Hause, das aber sicher viel mehr Aufmerksamkeit verdient hat. Hier besprochen im SchöneSeiten-Blog:
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Bücher zu verschenken

Ha! Wenn das mal keine Catcher-Überschrift ist!

Da ich in Kürze umziehen werde und es dann schon genug zu tragen geben wird, möchte ich einige Bücher abstoßen. Jeder, der schon mal umgezogen ist, weiß sicher, dass die Bücher immer das Schwerste sind. Bei einem buchaffinen Buchhändler sammelt sich da mit der Zeit extrem viel an. So einiges steht dann jetzt schon lange im Regal und so langsam wird klar, dass das eine oder andere Buch wohl nicht mehr gelesen werden wird.

Die einzig richtige Entscheidung – verschenken. Es handelt sich größtenteils um Leseexemplare, die man als Buchhändler ja netterweise von den Verlagen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt und die daher nicht verkauft werden. Ein paar Taschenbücher, die auch schon länger hier im Regal stehen und auf verschiedensten Wegen hier gelandet sind, manche gemängelt.

Vielleicht freut sich der eine oder andere ja über ein Buch ;-)
Am Besten wäre natürlich, wenn ihr euch die Bücher abholen würdet, über einen Versand müssten wir dann noch im einzelnen reden.

Und jetzt: Wer will?

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Kategorien: Anderes, Belletristik, Biographie, Britische Literatur, Deutsche Literatur, Englische Literatur, Krimi, Nordamerikanische Literatur, Politik, Sachbuch | Schlagwörter: , , | 4 Kommentare

Grenzfall – Merle Kröger

grenzfall

Copyright Argument Verlag

Dieses Buch schlägt in die gleiche Kerbe, wie die letztens vorgestellte Graphic Novel ‘Im Land der Frühaufsteher’. Auch hier geht es um die Problematik von Asylsuchenden in Deutschland. Allerdings wird hier ein sehr dunkles Kapitel in den Vordergrund geholt. Basierend auf wahren Ereignissen entwirft Merle Kröger einen Krimi rund um die Geschehnisse in Rostock-Lichtenhagen, wo im Jahr 1992 ein Asylbewerberheim in Brand gesteckt wurde.

1992

Der erste Teil konzentriert sich auch auf das Jahr 1992 und berichtet aus Sicht eines ehemaligen Polizisten der Volkspolizei, der jetzt ‘Ost-Touristen’ auf sogenannte Jagdreisen als Führer begleitet, aus der Sicht von Marius, einem der Asylsuchenden, der in seiner alten Heimat war und nun über die grüne Grenze von Polen nach Deutschland zurück kommen will. Außerdem wird auch die Sicht des ‘Touristen’ dargestellt und die eines weiteren Flüchtlings, der mit dem eben genannten gemeinsam über die Grenze will.

Die beiden letzteren werden dann beim Grenzübertritt von den beiden Jägern erschossen, angeblich, weil man sie für Schwarzwild gehalten hat. Die Tochter von Marius, die gemeinsam mit einem Freund den Vater an der Grenze einsammeln wollte, kann nur unverrichteter Dinge wieder umkehren. Die beiden Toten liegen im Feld, der Rest der Grenzgänger verschwindet aus Angst wieder in Richtung Polen. Die Gruppe hatte die Jäger für Grenzpolizisten gehalten – wer sonst schießt auf Menschen an der Grenze?! Außerdem fuhren die beiden Jäger ein Auto, das aus alten Armeebeständen stammt, das macht dann den Anschein komplett.

2012

Im zweiten Teil nun sind wir im Jahr 2012. Die damals pubertierende Tochter von Marius beschließt nach Deutschland zu fahren, um den Mörder ihres Vaters zur Rechenschaft zu ziehen. Relativ schnell kommt sie auf die Spuren des Mannes, ihr Plan scheitert allerdings und sie landet in Untersuchungshaft. Der alte Hass droht wieder zu eskalieren im beschaulichen Mecklenburg-Vorpommern.

Es kommen jetzt im zweiten Teil noch andere Personen hinzu. Da ist die Pastorin, die damals ein recht enges Band zu den Menschen im Asylantenheim hatte. Ihr Mann ist kurz nach den Vorkommnissen verschwunden und sie hofft noch immer, dass er wiederkommt. Da ist immer noch der ehemalige DDR-Polizist, jetzt ein gebrochener Mann, Alkoholiker und so etwas wie der Geächtete des Dorfes. Der ehemalige Veranstalter der Jagdreisen ist gerade damit beschäftigt, Bürgermeister der kleinen Stadt an der Ostsee zu werden. Die härtesten Konkurrenten sind die Herren der NPD, wobei schnell klar wird, das beider Ansichten im Grunde nicht weit voneinander entfernt sind.
Außerdem kommen jetzt ein paar Figuren dazu, die wohl schon in vorhergehenden Werken Krögers auftauchten: Mattie Junghans und Nick Ostrowski. Sie ist eine Frau Ende der 30, ohne genauen Lebensplan, er ein mehr schlecht als recht erfolgreicher Journalist, der gerade am Aufbau einer gut bürgerlichen Familie ist.

Diese beiden geraten über Umwege in die Geschichte hinein und versuchen nun der jungen Frau im Gefängnis zu helfen. Für Mattie geht es dabei von Berlin an die Ostsee, nach Rumänien und zurück. Nick beschränkt sich auf den Balanceakt Berlin-Ostsee mit einer leicht hysterischen Ehefrau im Nacken und einem namenlosen Hund an der Hacke.

Das Geschehen wird tageweise erzählt, die Perspektive springt hin und her zwischen den verschiedenen Figuren, allerdings verliert man nie den Überblick. Und das, obwohl die von mir aufgezählten noch längst nicht alle sind. Jeder dieser Charaktere, das ahnt man, könnte mit seiner Geschichte auch locker ein eigenes Buch füllen (einer tut es in gewisser Weise auch).
Das Ganze macht einfach Sinn, jede der vielen Figuren hat ihre Berechtigung und am Ende ist das Gesamtbild einfach stimmig.
Vor allem, da hier nicht nur die Geschichte von Einzelpersonen erzählt wird, sondern auch ein Stück europäische Geschichte, ein Stück deutsch-deutscher Geschichte. Und gleichzeitig kann man sich ein Bild vom Leben von Wanderarbeitern im heutigen Europa machen. Ebenso wie davon, dass in manchen Ecken die Menschen einfach irgendwo in der Vergangenheit stecken geblieben sind.

Ein spannend zu lesender Krimi, der aus dem Rahmen fällt, der aus der Masse heraus strahlt. Der Deutsche Krimipreis 2013 ist mehr als verdient.

Ein politisches Buch, ein aktuelles Buch, ein brisantes Buch, ein großartiges Buch! So soll ein Krimi mit Anspruch aussehen!

Bibliografisches:

EAN 9783867542104

Erschienen in der Reihe Ariadne-Krimis im Argument Verlag, September 2012
347 Seiten, kartoniert

€ 11,00

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Krimi, Politik, Regional | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Das gute Gefühl, ein Diogenes-Buch zu lesen

Zum Sonntag heute mal was für das bibliophile Herz.

Ihr kennt das sicher: man liest so einiges, Taschenbücher, Gebundene Bücher, Zeitschriften, Facebook, twitter und vieles vieles mehr. Doch eines Tages greift man sich eines dieser weißen Bücher aus dem Regal, die dort schon lange auf Lektüre warten und man fühlt sich direkt ein bisschen besser. Das Buch liegt gut in der Hand, überzeugt durch sein schlichtes Design und das der Inhalt auch was taugt, darauf kann man fast schon blind vertrauen. Die vertraute Typographie tut ein Übriges. Ein Diogenes-Buch macht die Welt ein bisschen schöner.
Bei mir handelt es sich momentan um das letzte Buch vom großartigen Arnon Grünberg – ‘Mit Haut und Haaren‘. Aufgeschlagen – losgelesen – und gut gefühlt.

Geht das nur mir so, oder kennt ihr das in der Tat auch? Oder geht es euch vielleicht bei einem anderen Verlag ähnlich?

Kategorien: Anderes, Belletristik | Schlagwörter: , , , | 1 Kommentar

Im Land der Frühaufsteher – Paula Bulling

frühaufsteher

Copyright Avant-Verlag

Ein sensibles Thema, welches in der Öffentlichkeit nicht stattfindet, dennoch aber eigentlich jeden von uns interessieren sollte: Asylanten in Deutschland.
In der ungewöhnlichen Form einer Graphic Novel berichtet uns Paula Bulling vom Alltag einiger Asylanten im sogenannten ‘Land der Frühaufsteher’ – Sachsen-Anhalt.
Isoliert von jeglichem sozialen Kontakt leben die Asyl-Suchenden in einem Heim außerhalb der Stadt. Da ist es schon ein Ereignis, wenn eine junge Frau vorbeikommt um sich über ihren Alltag zu informieren, um daraus eine Comic-Reportage zu machen. Noch besser, wenn sie mit Wochenend-Ticket angereist ist und so ein paar Leute mit ihr in die Stadt fahren können, um zumindest einen Hauch von Sozialisation zu bekommen.

Durchgehend in einem blaugrauen Farbton gemalt, tragen die groben Zeichnungen eine unglaubliche Intensität in sich. Die Ungewissheit, die Resignation der Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen aus ihren Ländern geflohen sind, um in Deutschland ein besseres Leben zu finden, leben in den Heimen wie in Gefängnissen mit offenen Türen. Theoretisch können sie nach draußen gehen, aber wohin, wenn das Erreichen der nächsten Stadt mit einem stundenlangen Marsch verbunden ist.

Was die Presse nicht leistet, über soziale, politische Themen zu berichten – die ungewisse Situation von Menschen, die quasi neben uns wohnen, allerdings isoliert, abgeschirmt – in die Öffentlichkeit zu bringen, versucht Paula Bulling hier auf dem Weg der Comic-Reportage und es gelingt ihr auf sehr beeindruckende Weise. Nicht umsonst hat dieser Band so gute Besprechungen erfahren. Zu Recht, zu Recht!

Eines der vielen vielen Beispiele also, die die immer noch warmgehaltene Meinung, dass Comics nur für Kinder sind, widerlegen.

EAN 9783939080688

Erschienen im Avant-Verlag, Juni 2012
125 Seiten, kartoniert

€ 17,95
P.S. Irgendwie klappt das mit dem Embed-Code nicht. Hier sollte eigentlich noch die Leseprobe auftauchen. Die findet ihr dann jetzt hier: Im Land der Frühaufsteher.

Kategorien: Belletristik, Biographie, Comic, Deutsche Literatur, Graphic Novel, Politik, Regional, Sachbuch | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Das Verschwinden des Philip S. – Ulrike Edschmid

phillip s.

Copyright Suhrkamp Verlag

Gestern war der Welttag des Buches und hier herrschte Stille. Gibt’s ja nicht! Daher jetzt nachgeschoben eine Buchbesprechung – Herzlichen Glückwunsch nachträglich.

Ein kleines schmales Büchlein, das es in sich hat. Und zwar die Geschichte des Philip S., die Geschichte seines Auftauchens im Leben der Ulrike und seinem langsamen, aber sicherem Verschwinden. Es beginnt mit dem Ende, dem Ende des Philip S., erschossen auf einem Kölner Parkplatz. Das Ende eines Menschen bildet so in diesem Roman den Anfang der Geschichte.

Roman ist vielleicht ein bisschen übertrieben, denn es handelt sich hier immerhin um ein mehr als autobiografisches Buch. Ulrike Edschmid erzählt hier von Ihrer Zeit in Berlin, wo Sie als Studentin den jungen, gerade erst aus der Schweiz zugezogenen Philip S. kennenlernt. Schnell sind die beiden ein Paar. Doch dies ist keine reine Liebesgeschichte!

Immerhin ist dies das Deutschland am Ende der 60er Jahre, auch bekannt als die 68er. So ziemlich jeder ist in dieser Zeit stark politisiert, vor allem aber natürlich die Studenten, die nachgewachsene Generation, von denen viele sich die Frage stellen, was denn ihre Eltern und Großeltern so während des Krieges getan haben.

Und politisiert geht bei so manchem auch schnell in die Richtung fanatisiert. Bei Philip dauert es ein bisschen, aber doch entfernt er sich immer weiter von seinen Freunden (zumindest denen, die nicht in die extremen Ecken abdriften) und so auch von seiner Lebensgefährtin Ulrike.
Von diesem sich entfernen, diesem stetigen, unaufhaltsamen Verschwinden aus ihrem Leben erzählt Ulrike Edschmid auf sehr eindrückliche Art und Weise. Besonders, wenn man sich etwas (oder mehr) für diese Zeit und die politischen Aspekte und Probleme der damaligen Gesellschaft interessiert, ist dieses Buch sicher eine Bereicherung. Die Erzählperspektive tut ihr Übriges dazu, eine derart nahe, beinahe involvierte Sicht fesselt und überzeugt ungemein.

Ich Sachen deutscher Geschichte und Problemkapiteln wie der RAF auf jeden Fall ein bereicherndes Buch und ein Kontrapunkt zum ewigen Stefan Aust.

P.S. Eine etwas ungewöhnlichere Besprechung habe ich kürzlich im Freitag gelesen, da wird das Buch in Hinsicht auf Automobile betrachtet. Bei Interesse hier entlang: Der Peugeot der Revolte.

 

Bibliografisches:

EAN 9783518423493

Erschienen im Suhrkamp Verlag, März 2013
157 Seiten, gebunden

€ 15,95

Auch erhältlich als ebook.

Kategorien: Belletristik, Biographie, Deutsche Literatur, Krimi, Politik | Schlagwörter: , , , , , , | 5 Kommentare

BLNRB – ein musikalisches Projekt des Goetheinstituts Nairobi

Hier mal zwischendurch was ganz anderes, ein Projekt, dass ich ganz interessant finde:

Irgendwo hatte ich davon schon mal gelesen, beim Plattenstöbern ist mir die Scheibe neulich direkt in die Augen gesprungen, vor allem durch das auffällige Cover und auch weil ich schon die Platte von Jahcoozi habe, auf der ein Track BLN heißt – die Verbindung zu BLNRB liegt auf der Hand.
Was ist das nun für eine Platte? Bei BLNRB handelt es sich um ein internationales Projekt von jungen Musikern aus Berlin und Nairobi, initiert vom Goethe-Institut Nairobi.
Das Ganze bewegt sich musikalisch von Elektro-Beats über Hip Hop bis zu Dub Sound und traditioneller kenianischer Musik.
Auf dem offiziellen Blog gibt es inzwischen zu fast jedem Song ein Video, schaut’s euch mal an, wenn ich euer Interesse geweckt habe.

Als Kostprobe hier der offizielle Teaser zum Projekt:

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Kopf und Gericht, aktuelle Lektüre

Wie ihr am rechten Rand sehen könnt, lese ich ja gerade ‘Landgericht’ von Ursula Krechel. Der Buchpreisgewinner des letzten Jahres. Bis jetzt schon eine beeindruckende Darstellung Deutschlands in der unmittelbaren Nachkreigszeit. Bin mal gespannt, wie sich der Charakter des Protagonisten noch entwickelt. Bisher gefällt es mir aber richtig gut.

Dann wurde ich vor einiger Zeit über die grandiose Seite zehnseiten.de auf den Essay-Band ‘Pulphead’ von John Jeremiah Sullivan aufmerksam. Der ist seit dem Wochenende quasi mein Zweitbuch.
Bis jetzt habe ich zwei Essays gelesen – ein Erfahrungsbericht von einem Christlichen Rockfestival und die Nahtoderfahrung seines Bruder – und das Buch macht Spaß. Näheres in Kürze. Ich schreibe ja nicht über jedes Buch, dass ich lese, aber dieses wird sicher dabei sein.

Und? Wer hat’s schon gelesen?

Kategorien: Anderes, Belletristik, Nordamerikanische Literatur | Schlagwörter: , , | 3 Kommentare

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