Extinction – Kazuaki Takano

zur ebook-Ausgabe zum Gleichlesen

(c) C.Bertelsmann Verlag

Ist die Evolution ein kontinuierlicher Prozess? Oder ist mit dem Homo sapiens das Ende der Fahnenstange erreicht und wir sind das ultimative Ergebnis einer langen, langen Entwicklung? Kann die Evolution einfach an diesem Punkt enden?
Das fragte sich offensichtlich auch Kazuaki Takano und entwirft mit seinem Thriller ‘Extinction’ eine Antwort, die vielleicht nicht allen, am wenigsten allerdings der im Buch agierenden US-Regierung unter Präsident Burns gefällt (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind reiner Zufall).

Als im kongolesischen Dschungel offensichtlich die Evolution in die nächste Runde geht, fühlt man sich in Washington derart bedroht, dass kurzerhand die Auslöschung des Pygmäenstammes befohlen wird, der angeblich von einem tödlichen Virus befallen wurde. Zu diesem Zweck entsendet man eine kleine Gruppe von Söldnern, die offiziell für ein privates Sicherheitsunternehmen arbeiten, um diese Aufgabe schnell und unauffällig zu erledigen.

Das Buch wäre schnell am Ende, würde diese Aufgabe zur Befriedigung der US-Amerikaner erledigt. Doch natürlich kommt so einiges dazwischen. Sich mit dem Schlaueren anzulegen kann am Ende ganz schön in die Hose gehen.

‘Extinction’ ist Wissenschaftsthriller, Combat-Action und Philosophiebuch in einem. Spannend und unterhaltend geschrieben, bietet das Buch auch noch wissenschaftlichen und philosophischen Mehrwert. Die sehr detaillierten Ausführungen über Medikamentenentwicklung hätte man eventuell etwas eindampfen können; ich als pharmazeutischer Laie konnte damit nicht viel anfangen, aber manchmal müssen Autoren ja auch zeigen, was sie wissen.
Über die düstere oder helle (je nach Blickwinkel) Zukunftsvision, die ich einführend ansprach, macht man sich im Laufe der Lektüre ebenso Gedanken, wie über die Natur unserer doch sehr mörderischen Spezies. Solltet ihr euch in einer grüblerischen Walther-von-der-Vogelweide-Position wiederfinden, fühlt euch verstanden.

Und sonst: Wir nehmen Darwin zur Hand und hoffen das Beste ;-)

Bibliografisches

9783570101858

Erschienen im C.Bertelsmann Verlag, Januar 2015
Aus dem Englischen übertragen von Rainer Schmidt (folgend der Übersetzung aus dem japanischen von Philip Gabriel)
Titel der englischen Ausgabe: Genocide of One (jp. Jenosaide)
560 Seiten, Klappenbroschur

€ 14,99

U.a. auch erhältlich als ebook, zum Hören und in der englischen ebook-Ausgabe.

Kategorien: Action, Fantasy, Japanische Literatur, Krimi, Science Fiction, Thriller | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Mechtild Borrmann: “Persönlicher Kontakt zu Zeitzeugen ist unabdingbar.”

il_libraio:

Auf dem Blog Wortgestalten gibt es ein Interview mit der großartigen Mechthild Borrmann, deren Bücher beim @knaurverlag erscheinen.

Ursprünglich veröffentlicht auf Wortgestalten:

Weil ich heute Geburtstag habe, schenke ich Euch und auch mir das nachfolgende Interview. Es ist aus rein persönlichen, neugierigen Motiven entstanden, weil ich Mechtild Borrmann als Autorin schätzen gelernt habe. Ich hoffe, für Euch ist das Interview ebenso interessant wie für mich.

Bisher sind von Mechtild Borrmann die Bücher “Wer das Schweigen bricht”, “Der Geiger” und “Die andere Hälfte der Hoffnung” erschienen. Dazu gibt es noch den Weihnachtskurzkrimi “Die Spur zurück” von ihr sowie die Sammlung von Kriminalgeschichten “Blutiger Rhein”, an der Mechtild Borrmann mitgearbeitet hat. Für ihr Debüt “Wer das Schweigen bricht” hat sie den Deutschen Krimipreis 2012 erhalten.

Bisher sind von Ihnen die Bücher „Wer das Schweigen bricht“, „Der Geiger“ und „Die andere Hälfte der Hoffnung“ erschienen. In all diesen Büchern verflechten Sie Gegenwart und Vergangenheit miteinander, auch mit einem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Was fasziniert Sie so an dieser Art Roman?

Ich verbinde gerne Spannung mit historischen…

Original ansehen noch 746 Wörter

Kategorien: Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Analoges Lesen vs. digitales Lesen

Als ich dieses Blog vor einiger Zeit gestartet habe, waren die elektronischen Lesegeräte noch hässliche Klötze mit eigenartigen Tastaturen und mangelnder Funktionalität (kennt einer noch den Acer LumiRead?). So sollte der Name ‘Analog-Lesen’ auch ein kleines Plädoyer sein für das Lesen im traditionellen Buch.

Inzwischen sind die Lesegeräte um einiges leichter, besser, schneller und auch einen Tick schöner geworden. Und: ja! Auch ich lese inzwischen mit einem eReader. Ich schätze das geringe Gewicht gerade auf Reisen, und man muss eben nicht einen Koffer voll Bücher dabei haben, und hat trotzdem eine Auswahl an Literatur. Da ich meist mehrere Bücher gleichzeitig lese, ist das nicht zu unterschätzen.

Als ich vor einiger Zeit meinen Vater fragte, ob er ein bestimmtes Buch schon gelesen habe, meinte er, da müsste er mal auf dem Reader schauen. Genau erinnern konnte er sich nicht. Seit er einen Reader hat, liest er fast nur noch auf diesem Gerät und so gut wie keine gedruckten Bücher mehr.

Ähnliches ist mir auch bei mir selbst aufgefallen: die Inhalte von digital gelesenen Bücher verschwinden scheinbar schneller wieder aus dem Gedächtnis, als die auf Papier gedruckten. Benötigt das Gehirn vielleicht die Verbindung vom Inhalt zur haptischen Erscheinung des Buches – leicht, schwer; dünn, dick; leinengebunden, Schutzumschlag, Taschenbuchausgabe; geprägt, vielleicht gar gestanzt – um das Erinnern an einen Inhalt zu optimieren? Oh, halt. Ich vergass den oft zitierten Geruch der Bücher (der Geruch wird ja oft als einer der stärkstenErinnerungstrigger genannt) – wie konnte ich nur.

Also – fließt die Haptik eines Buches in die Erinnerung an den Inhalt ein und verfestigt diese vielleicht sogar noch? Braucht es die Leinenbindung und das Knacken des Buchrückens um im Gedächtnis zu bleiben, oder funktioniert das auch mit der immergleichen Verpackung eines digitales Buches. Ist die Erscheinungsform essentiell für das Medium Buch, oder nur ein marginaler Faktor?

Und vielleicht ein bisschen auf die Spitze getrieben: wird Literatur auf dem Lesegerät nur noch konsumiert ohne bleibenden Eindruck?

Inspiriert zu diesem Artikel hat mich der Beitrag von Uwe auf Wie werden wir lesen? zu möglichen Parallelen von Musikindustrie und Buchbranche in Bezug auf den Wechsel des Content-Trägers von Vinyl zu CD zu Datei.
Und hey Uwe: am Ende geht die Kurve wieder leicht nach oben ;-)

Kategorien: lesen, Leseverhalten | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 10 Kommentare

Einschlägig bekannt – Dominique Manotti

einschlägig

(c) Argument Verlag

Dominique Manotti schreibt die besten französischen Krimis. Zumindest soweit ich das beurteilen kann. Das ist immer treffsicher, düster, rasant und nah an der Realität.

In Einschlägig bekannt geht es um einen Pariser Vorstadtbezirk, ein Teil der Stadt, der auch gerne unter dem Begriff der Banlieue (Bannmeile) generalisiert wird. Das die Bezeichnung nichts Gutes verheißt, liegt auf der Hand.

Wir folgen hier einer Gruppe korrupter Polizisten, die sich mit Schutzgelderpressung bei Prostituierten ein Zubrot verdienen. Doch es geht nicht nur ums Geld, wie so oft geht es natürlich auch um Macht.
Parallel dazu wird aus der Perspektive von zwei Neulinge in eben jenem Polizeirevier erzählt. Isabelle wird direkt am ersten Tag von einem Kollegen sexuell belästigt und für Sebastién geht es ins sogenannte ‘Heulbüro’, wo Bürger ihre Beschwerden und Anzeigen vorbringen dürfen.
Sebastién ist hier schnell desillusioniert, denn die Anzeigen werden für die Statistik abgearbeitet. Da möchte beispielsweise eine Frau ihren Mann anzeigen, da er sie schlägt und sie Angst um ihre Kinder hat. Doch ‘zwei geschlagene Frauen an einem Tag’ – schlecht für die Statitik. So wird die Frau mit Kaffee und Keksen abgespeist und nach Hause geschickt – was sich später noch als fatale Fehlentscheidung herausstellen wird.
Für Isabelle geht es bald auf Streife und sie wird Zeuge von willkürlichen Kontrollen, Gewalt und Machtmissbrauch ihrer Kollegen.

Und natürlich gibt es da auch noch die ‘Oberschicht': Comissaire LeMuir ist der aufgehende Stern am Himmel der Polizeielite, mit klar politischen Ambitionen. Sie ist die Chefin des Komissariates und versucht die politische Linie des Innenministers in spe durchzusetzen, der die Randbezirke reinigen will. Da werden unter anderem baufällige Häuser angezündet, in denen Flüchtlinge und verarmte leben. Selbstverständlich ist das ‘Bauland’ schon an Investoren verkauft und die Gabäude eine Gefahr für Bewohner und öffenliche Hygiene.

Schließlich taucht auch noch Noria Ghozali auf, arabischstämmige Französin, die versucht, die korrupten Polizisten zu überführen und sich dabei nicht immer ganz legaler Mittel bedient. Eigentlich die Serienfigur Manottis, sind die Hauptfiguren in diesem Buch andere.

Manotti hat ein gutes Gespür für authentische Figuren und überdreht deren Darstellung nicht. Jedes einzelne Wort nimmt man ihr ab. Und bei all der Dramatik des Stoffes macht das Lesen dennoch Spaß.
An der Aktualität der Banlieue-Dramatik, Gebieten die mit dem Reiseführer-Paris so ganz und gar nichts zu tun haben, hat sich auch im Jahr 2015 nicht viel geändert.
Schon vor zehn Jahren sorgte das Thema für große Aufmerksamkeit, als zwei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei in einem Trafohäuschen starben und daraufhin Unruhen ausbrachen und Sarkozy die Vorstädte mit dem Hochdruckreiniger säubern wollte.
Und wieder zehn Jahre zuvor (1995) drehte Mathieu Kassovitz den Film ‘Hass’, der das Leben einer Gruppe Jugendlicher in eben den abgehängten sozialen Problemorten der Pariser Vorstadt thematisiert, an dem man schon  gut die Pulverfassqualität französicher Innenpolitik ablesen konnte.

Also merken: Dominique Manotti. Steht ganz weit oben auf der Liste des politischen hardboiled Krimis. Bei mir zumindest.

Und jetzt nachholen am Bildschrim: ‘Hass’ gucken. Und wenn ihr korrupte Cops mögt: die französische Serie ‘Braquo’.

Bibliografisches:

9783867541985

Erschienen im Argument Verlag, November 2011
Aus dem Französischen übertragen von Andrea Stephani
Originaltitel: Bien connu des services des polices
256 Seiten, Taschenbuch

€ 12,90

Auch für’s elektronische Lesen zu haben: Einschlägig bekannt.

Kategorien: Action, französische Literatur, Krimi, Politik | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

Ein Sommer der Superlative

Klingt ganz wie ein amerikanisches 1913, und das finde ich gerade ganz großartig.

Kategorien: Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Königreich der Dämmerung – Steven Uhly

königreichdämmerung

(c) Secession Verlag

Es kommt spät im Jahr, aber doch ganz passend. Denn nun ist ja die Zeit der Bestenlisten, der tollsten Tollheiten des Jahres.
So also auch hier: dies ist es, mein absolutes Lesehighlight des Jahres 2014. Das Königreich der Dämmerung von Steven Uhly. Begeistert hat er mich schon mit dem Vorgänger ‘Glückskind‘. Doch dieses hier nenne ich jetzt mal sein Meisterwerk – Was soll denn danach noch kommen, Herr Uhly?!

Erzählt wird auf diesen fast 700 Seiten die Geschichte von Vertriebenen, Getriebenen und Suchenden, nach dem 2. Weltkrieg wurden diese Menschen Displaced Persons genannt. Und das wird mit einer so unglaublich beeindruckenden Sprache erzählt, dass dies wohl das Buch mit den meisten Markierungen in meinem Regal ist.
Das startet schon mit dem ersten Satz:

Er war einem hageren kleinen Mann in abgetragener Kleidung gefolgt, der niederträchtig genug schien, ein paar seiner Landsleute zu verraten.

Wir befinden uns in der Bukowina, im Grenzgebiet des heutigen Rumänien zur Ukraine. Zum Leidwesen des Folgenden wird der hagere kleine Mann aber keinen seiner Landsleute verraten, sondern vielmehr den Sturmbannführer Treitz um sein Leben bringen. Erschossen von Margarita, die sich daraufhin bei deutschen Aussiedlern verstecken kann, erst unter den Bodendielen, später im Keller und dort auch ein Kind gebiert, die kleine Lisa. Sie wird später und für einen großen Teil Ihres Lebens Lisa Kramer heißen, denn das ist der Name des Ehepaars, bei dem sich Margarita versteckt hat. Und nur Frau Kramer und Lisa werden es bis nach Deutschland schaffen, wo sie als Großmutter und Enkelin leben werden, bis zu dem Moment, an dem Lisa von Ihrer Vergangenheit erfährt.

Neben den ‘beiden’ Kramers folgen wir aber auch der Geschichte von Obersturmbannführer Josef Ranzner, der in der Nähe der Kramer in einem Ort residiert und sich eine jüdische Haussklavin hält. Der Sturmbannführer Treitz war einer seiner Lieblinge und er wird fortan einer Wiedergeburt Treitz’ suchen. Ranzner kann in den Nachkriegswirren unter falschem Namen ebenso nach Deutschland entkommen und taucht dort unter, ja arbeitet sogar beim Geheimdienst.

Und ebenso geht es hier um Anna, Ranzners Jüdin. Auch sie entkommt den letzten Zuckungen dieses Krieges und landet in einer Gruppe von jüdischen Flüchtlingen, die Palästina als Ziel haben.

Anna hatte ganz krumm vor Kälte in ihrem Sitz gesessen, die Arme umeinandergeschlungen, und hatte versucht, sich unvorstellbar viele tote Menschen vorzustellen. Vor Ihrem inneren Auge war eine Ebene aus Leibern bis zum Horizont entstanden, die Ebene hatte sich hochgewölbt, immer weiter, und war zu einem unbesteigbar hohen Berg geworden. Wo sind die jetzt alle, hatte sie sich gefragt und an die Wiedergeburt gedacht, in einem anderen Leben, als sie noch die Anna war, die sie kannte, nicht die fremde Frau, die jetzt in diesem Auto neben einem Juden saß, der sie nach Palästina bringen wollte, weil das seine Sache war, neben einem Juden, der genauso viele Deutsche ermorden wollte, wie die Deutschen Juden umgebracht hatten, um das Gleichgewicht wiederherzustellen, Welches Gleichgewicht, fragte Anna sich, Auf welcher Waage?

Lisa, Anna und Josef Ranzner, das sind die drei Hauptfiguren dieses Panoramas eines zerstörten Kontinentes nach dem Weltkrieg. Von Lagerleben in Flüchtlingscamps, von Wohnungsnot und zerbombten Städten. Vom Wiederaufbau, von neu oder wieder entstehenden jüdischen Gemeinden schreibt Uhly ebenso wie vom entstehenden israelischen Staat auf palästinensischem Gebiet, und wie dem Krieg Entkommene dort in den nächsten Krieg schlittern.

Die Geschichte spannt einen Bogen vom letzten Kriesjahr bis in die 60er/70er Jahre des 20. Jahrhunderts und bietet noch so viel mehr, als das hier kurz Angerissene. Neben den inhaltlichen Aspekten, die wohl einen literarisch eher unbefleckten Kapitel der Geschichte behandeln, die Geschichte der Flüchtlinge nach dem 2.Weltkrieg, erwächst die Größe dieses Buches auch aus seiner einzigartigen poetischen Sprache. Uhly bewegt sich auf dem manchmal recht schmalen Grad zwischen Prosa und Lyrik, teilweise verschwimmen die Grenzen (da wird schon mal ein Celan-Zitat in den Text eingestreut). Hut ab, Herr Uhly!

Für mich also definitiv das Buch des Jahres 2014. Leider mit keinem der großen Literaturpreise bedacht. Aber wer braucht schon das offizielle Juryurteil zur Qualität eines Buches? Dieses Urteil kann man sich am Besten immer noch selbst bilden.

(Beim Schreiben dieses Artikels überkommt mich auch schon wieder Lust, das Buch direkt noch einmal zu lesen. Jetzt heißt es hart bleiben, der SuB ist riesig, ihr kennt das…). Für euch aber gibt es noch die Möglichkeit, jungfräulich in dieses Meisterwerk einzutauchen, am Besten sofort!

Auch für die Klappentexterin ist dies übrigens eines der herausragendsten Bücher des Jahres. Und ebenso begeistert war auch Masuko13. Sie hate außerdem die Gelegenheit, mit Steven Uhly ein kurzes, sehr interessantes Interview zu führen: Im Gespräch mit Steven Uhly

Bibliografisches

ISBN 9783905951417

Erschienen im Secession Verlag, August 2014
655 Seiten, gebunden

€ 29,95

Auch erhältlich zum Lesen auf dem elektronischen Lesegerät, was bei diesem Buch zweite Wahl sein sollte: Das ge-epubte Königreich der Dämmerung

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Geschichte | Schlagwörter: , , , , , , , , | 5 Kommentare

Ebook-Reader verschenken für einen guten Zweck

Es ist Dezember und manche Menschen haben nette Arbeitgeber, die eine kleines Jahresenddankeschön dem normalen Gehalt hinzu geben.
Da das nicht jedem vergönnt ist, nicht mal jeder ein normales Gehalt bekommt und viele nicht mal das Nötigste zum Leben haben, fällt manch einem ein, dass er ja vielleicht was spenden könnte. Gerade am Jahresende. Ich zähle mich jetzt mal dazu.

Gestern erwachte ich dazu noch mit dem Gedanken, das man das Nützliche ja vielleicht mit dem angenehmen verbinden könnte.
Seit einiger Zeit liegt nun hier bei mir ein ungenutzter eReader rum (ein fabrikneues, originalverpacktes Pocketbook Touch Lux), den ich aber nicht einfach so verkaufen wollte, da ich ihn auch geschenkt bekommen habe.
Jetzt dann aber doch, er soll verkauft werden (so ihn denn jemand haben will), allerdings nicht einfach so – sondern: der komplette Erlös wird dann direkt als Spende weitergereicht.

Solltet ihr also schon daran gedacht haben, jemandem einen Reader zu schenken, so könntet ihr das auf diesem Wege mit einer guten Tat verbinden.

Bisher ist das ganze nur eine Idee. Was haltet ihr davon? Gibt es eventuell schon Interessenten? Und wohin soll die Spende gehen?
Auch zur Umsetzung habe ich mir noch keine richtigen Gedanken gemacht. Ebay-Auktion, Blog-Auktion und jeder schmeißt hier einfach sein gebot in die Kommentare… Keine Ahnung. Das also erstmal zum Anfühlen und Meinung einholen.

3, 2, 1 – es darf kommentiert werden:

Kategorien: Anderes, Blog | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Raymond Chandlers Nachfolger: Dennis Lehane

il_libraio:

Das klingt richtig gut! Schon der letzte Lehane im @diogenesverlag war ja großartig…

Ursprünglich veröffentlicht auf literaturblog günter keil:

dropNein, zimperlich ist Dennis Lehane nicht. Seine Figuren bekommen gerne mal eins aufs Maul. Auch in sn seinem neuen Roman “The Drop / Bargeld” (Diogenes), der Vorlage zum gleichnamigen Kinofilm. Darin gibt´s außerdem eine Tarantino-ähnliche Schießerei und einmal taucht ein abgeschnittener Arm in einem Müllsack voller Dollarscheine auf. Doch der krasse Eindruck täuscht: Lehane verherrlicht keineswegs Gewalt, und er braucht sie auch nicht, um Spannung zu erzeugen. Aber sie gehört nun einmal zum Leben seiner Figuren – genauso wie ihre Drogen, Bars, Tricks und Lügen. Im Mittelpunkt von “The Drop” steht Barkeeper Bob, ein junger, gutmütiger Typ, der einen Hund vor dem Tod rettet. Bob versucht, ein Minimum an Moral in seinem Leben zu bewahren. Was nicht einfach ist, wenn man für die Mafia arbeitet und Gangstern jede Nacht ihre Drinks serviert. Lehanes Prosa hat eine literarische Kraft, die stärker wirkt als jeder Faustschlag seiner Protagonisten. Mit gepfefferten Dialogen…

Original ansehen noch 48 Wörter

Kategorien: Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

German translation rights to Sam Hawken’s novel LA FRONTERA

il_libraio:

Feine Sache!

Ursprünglich veröffentlicht auf Betimes Books:

German translation rights to Sam Hawken’s novel LA FRONTERA have been acquired by Polar Verlag for publication in September 2015. Congratulations to Sam!

immigrant stories

Original ansehen

Kategorien: Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Die andere Hälfte der Hoffnung – Mechthild Borrmann

(c) Droemer Knaur

Mechthild Borrmann scheint es mit der osteuropäischen Geschichte zu haben. Gut so, mich interessiert das auch. Schon in ihrem letzten Buch Der Geiger ging es um osteuropäische Geschichte, so auch in Die andere Hälfte der Hoffnung.
Und Mechthild Borrmann ist Meisterin im Erzählen dieser Geschichte. Genau wie im Geiger wählt sie mehrere Erzählstränge. Insgesamt sind es vier, wobei einer in einen der anderen eingebunden ist.

Doch erstmal zur Geschichte: alles beginnt damit, dass Matthias Lessmann einem durchgefrorenen Mädchen hilft, die offensichtlich von zwielichtigen Männern verfolgt wird. Matthias lebt allein auf einem kleinen Hof in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze, und dass das Mädchen gerade bei ihm auftaucht, wird sich später noch als nicht ganz so zufällig herausstellen. Das Mädchen kommt aus der Ukraine, war Zwangsprostituierte und ist auf der Flucht vor ihren Unterdrückern.

Der zweite Erzählstrang ist in der sogenannten Entfremdungszone verortet, ein Gebiet mit einem 30km-Radius rund um das ehemalige Kernkraftwerk ‘Lenin’ in der Nähe der ukrainischen Stadt Tschernobyl. Dort lebt Walentyna, ebenfalls allein, in einem kleinen Häuschen, das nicht ihres ist, das sie aber zu ihrem gemacht hat. In der Zone leben insgesamt nur etwa 200 Personen. Sie atmen giftige Luft, essen giftiges Gemüse aus giftiger Erde. Doch hier ist ihr zuhause, auch das Walentynas. Hier hat sie Ruhe gefunden und hier beginnt sie auch, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. In einem Schulheft schriebt sie über ihre Eltern, ihre Kindheit in der Sowjetunion, die nicht immer problemlos verlief, von Mangelwirtschaft in der Planwirtschaft, aber auch von den schönen Erinnerungen schreibt sie, wie wir sie wohl alle kennen.
Und schnell ist das dann die Geschichte der Stadt Prypjat, die eigens für die Arbeiter des neuen Kernkraftwerkes entsteht und in der es all das gibt, woran es in den umliegenden Dörfern mangelt. Es ist dann die Geschichte von Walentyna und Hlib, ihrer großen Liebe, der in eben jenem Kraftwerk arbeitet. Und in dem es dann zur großen Katastrophe kommt. Sie schreibt diese Geschichte für ihre Tochter auf, die nach Deutschland gereist ist zum Studium und von der sie seitdem nichts mehr gehört hat.

Walentyna beginnt mit einem neuen Bleistift in das leere Heft zu schreiben:
Meine liebe Kateryna, es war die Hoffnung, die meinen Verstand getrübt hat. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Aber Hoffnung – das habe ich viel zu spät verstanden – ist ein lähmendes Gift, das uns ausharren lässt.
Am Ende wird das Heft voll sein und der Bleistift leer. Und der letzte Satz wird lauten: Ich warte.

Und schließlich ist es die Geschichte von Leonid Kyian, einem idealistischen Milizionär, der in einer neugeschaffenen Einheit die Fälle von verschwundenen Mädchen untersucht, der aber allzu bald einsehen muss, dass sich trotz Unabhängigkeit der Ukraine, trotz politischer Reformen und Demokratie, am System eigentlich nichts geändert hat – wer Geld und Beziehungen hat, der bestimmt die Geschicke des Landes und damit auch der Menschen. Trotz der Steine, die ihm in den Weg gelegt werden, kommt Leonid organisiertem Menschenhandel auf die Spur und macht sich schließlich auf nach Deutschland.

Zwangsprostitution, Kernschmelze, Vertreibung, Korruption, Menschenhandel – das klingt nach schwerer Thematik, doch Mechthild Borrmann packt das in einen so großartigen Text, dass ich das Buch innerhalb von einem Tag durchgelesen habe (mit bisschen schlafen zwischendrin).
Wie sie vom Leben in der weiten Einsamkeit der Entfremdungszone schreibt, wo nachts die Wölfe vor dem Gartentor heulen, einer Gegend von der ein Soldat an einer Stelle sagt: Väterchen, in den Dörfern kann man nicht mehr leben, nur sterben. Kontaminiert aufgrund von Maßlosigkeit, ist das Fazit des Vaters. Und da schwebt immer der Gedanke mit, dass dieses Risiko bei jedem Kerkraftwerk besteht (siehe Fukushima, 25 Jahre nach Tschernobyl), und dass all das leicht auch anderswo hätte passieren können, passieren kann.
Mit dieser Mischung aus Kriminalroman, Familien- und Zeitgeschichte hat Borrmann, zumindest bei mir, absolut einen Nerv getroffen. Danke für dieses Buch Frau Borrmann.

P.S. Als Ergänzungslektüre empfehle ich das spannend geschriebene Sachbuch Atom von Stephanie Cooke.

P.S.S. Hier gibt es einen Bericht zu Borrmanns Recherchereise in die Ukraine: Mechthild Borrmann hat die andere Hälfte der Hoffnung gesucht

Bibliografisches:

ISBN 9783426281000

Erschienen im Verlag Droemer Knaur, September 2014
312 Seiten, gebunden

€ 19,99

Auch als epub und zum Hören auf CD und als Download-Datei zu haben.

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Geschichte, Krimi, Politik | Schlagwörter: , , , , , , , , | 3 Kommentare

Bloggen auf WordPress.com. The Adventure Journal Theme.

Die Leserin bloggt ...

... über Bücher, Verlage, eReading & SocialReading.

Polar Noir

Lesen gefährdet die Dummheit

Biographilia

inspiring people next door

AstroLibrium

Die kleine literarische Sternwarte

Feiner reiner Buchstoff

von den üblichen Verdächtigen

reingelesen

pars pro toto

buecherrezension

Blog für europäische Gegenwartsliteraturen

Wissenstagebuch

Eine Gabel für die Suppe der Weisheit

Wortgestalten

Buchtipps, Reiseberichte und was mir sonst noch einfällt

Wort & Tat

Anne Kuhlmeyer

Sam Hawken

writer-guy with blog

libroskop

Literaturblog

GET CHANGED!

hier finden Sie Infos zu fairer Mode, ethical fashion, grüner Mode

Mit dem Fahrrad in und um Köln

Lesen gefährdet die Dummheit

Lesen gefährdet die Dummheit

KrimiLese

Crime & Thrill

Krimimimi

Lesen gefährdet die Dummheit

Was soll ich lesen? - Bücherblog

Lesen gefährdet die Dummheit

Besser lesen

Besser mal was lesen. Was Besseres lesen. Die besseren Menschen lesen.

Elementares Lesen

Ein Sachbuch-Blog

Die fabelhafte Bücherwelt der Aliénor

Einfach mal wieder abtauchen

notizhefte

Meine persönliche Meinung zu Menschen, Themen und Dingen.

Krimi-Welt

Lesen gefährdet die Dummheit

Zeilenkino

Wo Film und Literatur sich treffen

A Readmill of my mind

"We are such stuff as dreams are made on, and our little life is rounded with a sleep."

zeilentiger liest kesselleben

Erkundungen in Stuttgart und anderswo - Skizzen, Buch, Film, Musik und Gastronomie

Logbuch Suhrkamp

Lesen gefährdet die Dummheit

beckmagdalena

50% Dies + 50% Das = Gnadenlose Popliteratur

literaturblog günter keil

Krimis & Thriller . Romane . Hörbücher . Autoren . Lesungen

crimenoir

Krimi & Thriller: Über Altmeister und Newcomer

das i-tüpfelchen

kleine und große bücherfresser

Sawigas Bücherstapelei

Ein Buch lesen - für mich ist das das Erforschen eines Universums - M. Duras

TED Blog

The TED Blog shares interesting news about TED, TED Talks video, the TED Prize and more.

deep read

Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern.

SteglitzMind

Steglitz meint ...

Ein Jahrhundert lesen

Zeitreise ins 20. Jahrhundert - aus jedem Jahr ein Buch

Kaffeehaussitzer

Lesen gefährdet die Dummheit

alltagssplitter

Momente für die Ewigkeit

danares.mag

Blog für Weltliteratur und Straßenpoesie

%d Bloggern gefällt das: