I am not animal – Hammed Khamis

khamis

(Frohmann)

Geflüchtete haben in Europa weniger Rechte als Tiere. Denk mal drüber nach.

Als Hammed Khamis im Internet ein Video aus dem sogenannten Dschungel von Calais sieht, weiß er – er muss da hin. Er will die Kirche aus Plastik sehen, die sich die Geflüchteten dort gebaut haben.

Und wo viele nur reden, setzt er sich ins Auto und fährt da hin. Seine Erlebnisse berichtet er auf einem Blog, der jetzt in Buchform erschienen ist.

Es mutet an, als würde er hier im Raum sitzen und erzählen, von den Menschen auf die er trifft, Menschen, die seine Freunde werden, wie er immer wieder betont. Menschen in Not, Menschen die vor Hunger und Krieg geflohen sind, vor Verfolgung, vor dem Elend, vor dem Tod.
In Calais hat sich ein Slum gebildet, ein Dschungel wie sie ihn nennen, denn er wuchert wild über die Dünen am in der Nähe des Eingangs zum Eurotunnel. Diese Menschen stauen sich hier, sie wollen nach England, auf die rettende Insel.

Entweder England oder den Tod. Wir sind doch eh tot, wenn die uns in den Sudan abschieben.

Aber nicht nur aus dem Sudan kommen die Menschen im Dschungel von Calais. Sie kommen auch aus Afghanistan, Iran, Eritrea, Somalia, von überall dort, wo das Leben nicht sicher ist.

Manche haben ihr Todesurteil sogar schriftlich dabei. Warum erhalten solche Leute kein Asyl? Sie haben für eine Sache, die in Europa nicht mal illegal ist, die Todesstrafe bekommen. Welchen Grund für Asyl gibt es, der dringender ist?

Diese Fragen muss man sich stellen, muss man stellen an die Politik, an die Gesellschaft! Mit diesem Buch stellt Hammed Khamis diese Fragen und noch viele mehr. Am Ende des Buches schmeißt er uns diese Fragen ins Gesicht. Eine Ganze Seite lang. Es ist an uns allen, die Antworten zu geben.

Hammed schildert seine Erlebnisse eindrücklich; beeindruckend nah kamen mir bei der Lektüre die einzelnen Schicksale, und nicht nur einmal bin ich mit dem Autor den Tränen nahe. Der Dschungel von Calais, die Schande von Calais.
Doch trifft Hammed in Calais nicht nur auf Geflüchtete, er trifft auch Helfende, Menschen die von überall her kommen um den Menschen dort zu helfen, ihnen beizustehen. Er trifft aber auch auf Journalisten, die safari-gleich auf Drive-By-Fotos des Elends aus sind, er trifft auf knüppelnde Polizisten und auf eben jene Menschen, für die die Geflüchteten, Schutzbedürftigen nur Vieh sind, ein großes, störendes Ärgernis.

Mich kostet es vierzehn Euro, um durch den Eurotunnel zu kommen. Mein Freund Mima wird dafür vielleicht mit seinem Leben bezahlen.

eISBN 9783944195766
ISBN 9783944195780

Erschienen im Frohmann Verlag, Januar 2016
99 Seiten

Als ebook zu haben, für gut angelegte 4,99€.

Die gedruckte Ausgabe gibt es für 13,00 €.

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Im Gespräch – Sam Hawken

Da ich hier immer noch keine Besprechung seiner letzten beiden Bücher abgeliefert habe, hier zumindest der Verweis zu einem sehr interessanten Interview mit Sam Hawken. Das Interview führte Sonja Hartl und es ist zu finden auf dem Blog Polar Noir.

Sam Hawken wurde 1970 in Texas geboren und studierte Geschichte an der Universität von Maryland. Nach einer Kurzgeschichte in einem Band mit dem Titel Borderland Noir begann er mit dem Schreiben von Kriminalromanen. Zuletzt ist in deutscher Übersetzung von Karen Witthuhn “Kojoten” von ihm erschienen. Sie haben Geschichte studiert – wie sind Sie zur Schriftstellerei … weiterlesen

Quelle: Im Gespräch – Sam Hawken

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Havarie jetzt auch im Kino

Eines der besten Bücher des letzten Jahres gibt es in Kürze auch im Kino. Merle Kröger macht das ja gerne, aus der Recherche gleich Buch und Film zaubern.
Gerade habe ich auf der facebook-Seite des Argument-Verlages diesen Post entdeckt, den ich direkt mit euch teilen möchte:

HAVARIE bewegt:
Weltpremiere von HAVARIE im Forum der Berlinale 2016

“37º 28.6´N 0º3.8´E. Ein Schlauchboot voller Menschen, einer winkt. Die Kamera schwenkt langsam nach rechts und zeigt Touristen, die von einem Kreuzfahrtschiff aufs Meer blicken. Sie bewegt sich zurück, streift erneut das Boot, und schwenkt nach links, zur anderen Seite des Schiffes. Das gebrochene Sonnenlicht taucht es in Farben, ein vertikaler Lichtstrahl trennt des Schiff vom Boot, zu dem die Kamera nun zurückkehrt. Bisweilen verliert das Bild an Schärfe, geisterhaft erscheinen Spiegelungen im Wasser.”

Zu meiner Besprechung des Buches geht es hier entlang: Havarie.

Kategorien: Verfilmung | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

In den Straßen die Wut – Ryan Gattis

all involved

(c) Rowohlt

Puh. Noch ist kein ganzer Monat in diesem Jahr vergangen, schon kommt das erste Highlight: Es erscheint In den Straßen die Wut in der deutschen Übersetzung bei Rowohlt. Und was für ein Buch das ist! Ein Buch wie eine abgesägte Schrotflinte. Ungeheure Einschlagskraft, große Streuweite und hinterlässt böse Narben.

Wie ich jetzt im Nachhinein gelesen habe, hat Ryan Gattis selbst im Gangmilieu von L.A. recherchiert, was wohl keine so einfache Sache ist, da die Chicano-Gangs gerne unter dem Radar fliegen, nicht viel mit Fame am Hut haben. Er hätte dann natürlich ein Sachbuch aus dem Material machen können, aber das wäre sicher nur halb so gut geworden.

Schnell das Setting: im April 1992 brechen in L.A. verheerende Unruhen aus, nachdem der Prozess wegen unnötiger Gewaltanwendung von vier Polizisten gegen Rodney King zu einem lächerlichen Abschluss kommt. In der Folge wird über eine Woche hinweg geplündert, Feuer gelegt und es kommt zu über 10.000 Verhaftungen und immerhin 60 direkt den Unruhen zugeschriebenen Todesfällen.
Der Verlag Picador hat zum Buch eine sehr informative Seite zusammengestellt, die ihr hier findet: www.lariotsallinvolved.com

Doch wenn eine Stadt in Anarchie versinkt, ist das natürlich auch eine optimale Gelegenheit, um alte Rechnungen zu begleichen.

Anhand von 17 miteinander verknüpften Charakteren bringt uns Gattis die 6 Tage Ausnahmezustand blutig real vor Augen. Es sind Geschichten von Vergeltung, von Aussichtlosigkeit; voller Gewalt, Drogen, Wahnsinn und trotz allem auch Hoffnung und sogar Liebe. Die meisten der Protagonisten sind chicanos, also mexikanisch-stämmige Gangmitglieder. Ursprünglich wollte Gattis wohl nur aus ihrer Sicht erzählen, doch letztendlich gibt es auch die Kapitel der Krankenschwester, des Feuerwehrmannes, des Obdachlosen uvm.; die Gründe dafür könnt ihr wiederrum auf der oben genannten Seite nachlesen. Es ist also nicht jeder ‘all involved’, wie der Originaltitel lautet und was soviel bedeutet, wie in einer der Gangs Mitglied zu sein. Und doch sind alle irgendwie all involved, kommt doch keiner vorbei an der Gewalt in diesen Tagen, am Chaos und der Verwüstung.

In den Straßen die Wut ist ein rauhes Buch, ein unglaublich lebendiges und authentisches Buch, nicht zuletzt durch die Sprache (hier kann ich jetzt nur für die englische Originalausgabe sprechen, der ein immerhin 7-seitiges Glossar mit Gangausdrücken und Übersetzungen anhängt).
Und was für ein Page-Turner! Mich hat das Buch über drei Tage nicht mehr losgelassen und hat es immer noch nicht.

Zwei Stimmen, denen ich mich ohne Einschränkung anschließe:

“All involved is a monumental achievement. Ryan Gattis takes the reader into the broken, outraged heart of L.A. during the ’92 riots and doesn’t blink once at what he finds there.” Dennis Lehane

“All involved is a symphonic, pitch-perfect, superlative novel. It is visceral and adrenalin-fuelled, yet tender and even darkly comic. It is audicious, unflinching and subversive. It doesn’t judge. It swallowed me whole.” David Mitchell

Oder wie der Verlag das auf den Punkt bringt: Ein Roman wie ein Tarantino-Film, ein Gewaltexzess, ein Experiment, ein Buch ohne Vorbild.

ISBN 9783499270406 €16,99
eISBN 9783644546516 €14,99

Erschienen im Rowohlt Verlag, Januar 2016
Aus dem amerikanischen Englisch übertragen von Ingo Herzke
Originaltitel: All Involved (gibt es im epub auch als Fortsetzungsroman in 6 Kapiteln)
608 Seiten, Klappenbroschur

Kategorien: Belletristik, Krimi, Nordamerikanische Literatur, reportage, Thriller | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | 8 Kommentare

Zone 5 – Markus Stromiedel

zone 5

(c) Droemer-Knaur

Nicht kleckern, sondern klotzen, wird sich Markus Stromiedel bei seinem neuen Buch gedacht haben (q.e.d.), denn nichts weniger als DAS Heiligtum der Kölner muss schon im Prolog des Buches dran glauben:

Der Tag, an dem der Kölner Dom einstürzte, war bis zu jenen Minutren kurz vor Sonnenuntergang bedrückend gewöhnlich gewesen.

Bedrückend gewöhnlich ist an diesem Buch allerdings sonst gar nichts.
In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die heilige Stadt Köln in Zonen aufgeteilt, deren Anwohner sich nach sozialem Status unterscheiden. Die rechte Rheinseite, heute noch halb liebevoll die schäle Sick genannt (im Buch ist die Schäl Sick übrigens das slum-artige Gebiet außerhalb der Grenzmauer), ist komplett zu Industriezone umgewandelt worden für einen multinationalen Konzern, der im übrigen auch die Kontrolle über die ganze Stadt hat (eine keineswegs fururistische Idee; bei uns durchaus vorstellbar, in Indien schon Realität, s. Punkt 3: Lavasa). Auf der linken Rheinseite entscheidet Geld und Macht, ob man sich rund um den Dom in Party und Rausch ergehen kann, oder in Zone 4 um das tägliche Dasein kämpft.

Die ehemalige innere Ringstraße, einst auf den Ruinen der Kölner Stadtmauer errichtet, war zur Zonengrenze ausgebaut worden, eine acht Meter hohe Wand aus Beton und Stahl umgab das Stadtzentrum.

Wir springen zurück, 9 Tage vor dem Einsturz des Domes: David kommt als junger Anwalt nach Köln, in ihm glüht der Ergeiz, etwas zu bewegen. Anders als seine Kommilitonen hat er nicht bei einem großen Konzern angeheuert, sondern will sein Anerkennungsjahr bei einer ambitionierten Anwaltskoryphäe absolvieren. Eine Entscheidung, die er schnell bereut. Der Anwalt ist inzwischen nur noch ein versoffener, im Selbstmitleid versunkener Haufen Elend.

In Zone 4 lebt Alex, eine junge Frau, die alles versucht, um ihrer Zwillingsschwester zu helfen, die an einer schweren Krankheit leidet. Außerhalb der Zonengrenze nahezu ein Todesurteil, da der Zugang zu Medikamenten und Behandlungen stark reglementiert ist. Mit einem illegalen Grenzübertritt versucht sie dennoch an ein Medikament zu kommen, wird allerdings geschnappt, wodurch sich Alex’ Schicksal mit dem von David verbinden soll.

Ein düsteres Bild, das Markus Stromiedel hier von der Zukunft entwirft, allerdings leider keineswegs ein abwegiges. Die Kontrolle der Industrie auf die Politik nimmt immer mehr zu. Eine dauerhafte Überwachung der Bevölkerung ist schon jetzt Realität, wenn auch noch nicht ganz so extrem, wie im Köln der Zukunft, wo man allein durch das Abweichen von seinem normalen Bewegungsprofil als auffällig eingestuft wird.
Der Zugang zu medizinischer Hilfe ist schon heute hauptsächlich über monetäre Mittel geregelt (das fängt schon bei der Differenzierung von Privat- und Kassenpatienten an).
Beängstigend, wie plausibel Stromiedels Zukunftsvision ausgefallen ist. Und dennoch konsequent, wie heutige Trends (Überwachung der Bevölkerung, Flüchtlingsströme in die Städte, Gated Communities) weitergedacht werden.

Trotz aller Düsternis ein spannendes, gut duchdachtes und äußerst lesenswertes Buch, dass vom Verlag nicht umsonst mit Eggers ‘Der Circle’ verglichen wird.
Man wünscht sich, dass das deutsche Fernsehen endlich mal aus all den Gebührenmillionen ein vernünftiges Serienformat entwickeln würde – hier ist die optimale Vorlage; Filmstadt Köln und so.. (die US-Amerikaner können’s, die Briten können’s, die Franzosen können’s, die Italiener können’s – warum bleibt das deutsche Fernsehen so unterirdisch?!).

Wenn ihr Dystopien mögt, Krimis oder Science Fiction – hier ist euer Buch!
ISBN 9783426304815

Erschienen im Verlag Droemer-Knaur, Dezember 2015
463 Seiten, Klappenbroschur

€ 14,99

eISBN 9783426435557

€ 12,99

zur Leseprobe

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Krimi, Politik, politthriller, Regional, Science Fiction, Thriller, Veranstaltung | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Kalter Schuss ins Herz – Wallace Stroby

kalter schuss

(c) Pendragon

Ein Krimi mit einer starken weiblichen Hauptfigur? Moment, da muss ich kurz überlegen. Fällt mir spontan nur ‘Kalte Macht’ von Jan Faber ein. Ok, vielleicht lese ich die falschen Krimis; umso besser, dass ich diesen hier gelesen habe.

Die Protagonistin ist die toughe Crissa Stone. Der Klappentext spricht von jung und attraktiv, das Bild müsst ihr euch selber bilden.

Wallace Stroby schmeißt uns direkt in die Handlung: wir steigen mitten in einem Banküberfall ein.

Drei Minuten nachdem sie durch den Haupteingang gekommen waren, hatte Crissa den Manager und die zwei Angestellten mit den Gesichtern auf den Boden, die Hände mit Kabelbindern auf den Rücken gefesselt.

Leider erweist sich die Beute als kleiner als erwartet. Da Crissa jedoch den Anwalt ihres Freundes, der im Süden des Landes im Gefängnis sitzt, bezahlen muss, und außerdem endlich das Haus kaufen möchte, auf das sie es schon so lange abgesehen hat, lässt sie sich direkt im Anschluss zu einem neuen Coup überreden. Eigentlich gar nicht ihr Ding. Normalerweise wird sowas gründlich und bis ins einzelnste geplant. Hier bleiben ihr nur wenige Tage Vorbereitung, dafür soll die Beute umso großzügiger ausfallen.

Eine Pokerrunde im großen Stil soll ausgenommen werden. Das läuft auch zuerst recht gut, bis einer ihrer Komplizen die Nerven verliert. Es fällt ein Schuss, der zu unvorhergesehenen Konsequenzen führt, denn der Erschossene ist der Schwiegersohn einer Unterweltgröße. Das Opfer darf selbstverständlich nicht ungerächt bleiben.

In der Folge sind Crissa und Komplizen also auf der Flucht vor mächtigen Gegnern, manifestiert in der Person von Eddie dem Heiligen. Doch bald muss Crissa zweifeln, ob der sich der Schuss wirklich nur aus einer Überreaktion ihres Komplizen heraus gelöst hat, oder war das Ganze von vornherein so geplant?!

Wallace Stroby ist hier als Auftakt der Stone-Reihe ein spannender und mitreißender Krimi gelungen. Der direkte Einstieg, die schnell vorangetriebene Handlung und natürlich vor allem die charismatische Protagonistin machen das Buch zu einem großen Lesevergnügen. Crissa Stone erinnert stark an den guten alten Parker von Richard Stark und das ist auch so gewollt, Stroby sieht die Crissa-Stone-Reihe (es liegen bisher im Original schon vier Teile vor, die Pendragon hoffentlich nach und nach ins Deutsche überträgt) als Tribut an die ‘alten Meister’. Dass er allerdings eine Frau als Star seiner Reihe wählte, macht diese nur noch interessanter und hebt sie aus der Masse von ‘Männer-Reihen’ heraus.

Der Pendragon Verlag hat dazu auch noch die passende Verpackung gefunden, das Cover erinnert an die bei Suhrkamp erschienenen Winslows, was mich natürlich direkt ansprach.

Beste Krimi-Unterhaltung ohne tiefenpsychologische Betrachtungen oder unnötige Folterei. Schnell, direkt, noir – perfekt.

ISBN 9783865324870

Erschienen im Pendragon Verlag, August 2015
Aus dem Englischen übertragen von Alf Mayer
Originaltitel: Cold shot to the heart
351 Seiten, Klappenbroschur

€ 15,99

Erhältlich auch als ebook.

Kategorien: Krimi, Nordamerikanische Literatur, pendragon | Schlagwörter: , , , , , , , , | Ein Kommentar

Die Rote Wand – David Pfeifer

Die Rote Wand von David Pfeifer

(c) Heyne

Hier jetzt doch endlich mal ein Buch, das ich euch schon eine ganze Weile vorstellen wollte: Die Rote Wand.
Das Buch passt sehr gut in eine derzeit von so manchem Autor bearbeiteten Feld der historischen Romane aus der näheren Vergangenheit. Also kein finsteres Mittelalter, sondern das letzte Jahrhundert.

Im Jahr 1915 sind wir mitten drin im 1.Weltkrieg. Die Schlacht von Verdun ist schon Geschichte und doch wird noch immer gekämpft. Im Osten, im Westen, im Norden und auch im Süden. An der Grenze zu Italien verläuft die Front mitten durch die Dolomiten, in den südlichen Alpen.

David Pfeifer erzählt die Geschichte eines 15-jährigen Mädchens. Den Vater – bereits kriegsversehrt, sich Nacht für Nacht durch Alpträume kämpfend – hält es nicht zu Haus. Mit einem schlichten Zettel “Geh zur Tante Ilse, die wird auf dich achtgeben, bis wir uns wiedersehen. Dein Vater.” verlässt er die Tochter, um wieder an die Front zu ziehen. Der Krieg, die Verteidigung der Heimat, ist ihm das Einzige geworden.

Doch das Mädchen will den Vater nicht verloren geben. Sie macht schneidet sich die Haare, kleidet sich als Mann und lässt sich für die Tiroler Standschützen anwerben.

“Was willst du denn da in den Bergen, so jung, wie du bist?” “Mein Vater ist da”

Und da jeder in diesem Krieg jeder Mann zählt, wird nicht weiter nachgefragt.

Das Mädchen wird Mitglied einer Schützeneinheit und verdient sich langsam den Respekt der anderen, hat ihr der Vater doch schon in jungen Jahren das Schießen beigebracht.
Für die Einheit geht es rauf auf den Berg und wieder runter, es werden Stellungen angelegt, die kurze Zeit später als nutzlos aufgegeben werden und dann mit aller Macht zurückerobert werden müssen. Der klassische Irrsinn des ersten Weltkrieges, ja jeden Krieges. Stellungskampf auch hier in den Dolomiten, von Wand zu Wand. Ungewiss ist meist, wo genau der Feind steht – dies vielleicht der große Unterschied zu den Gräbenkämpfen an der deutsch-französischen Front.

Es will ja keiner diese Berge behalten, da gibt es ja nichts drin, und es wächst auch kein Korn drauf. Hier geht es nur um die Grenze an sich, sonst ist kein Nutzen darin zu sehen, hier zu frieren. In Afrika holen sie wenigstens Gold aus den Böden und Kautschuk aus den Bäumen, sie nehmen Sklaven. Aber hier oben? Hier geht es nur darum, die Höhe zu behaupten.

Die Geschichte des Mädchens auf der Suche nach dem Vater basiert auf einer historischen Figur. Das Mädchen Viktoria Savs, noch heute in der Gegend als das ‘Heldenmädchen von den drei Zinnen’ bekannt hat sich tatsächlich als Junge verkleidet und in den Dolomiten als Schütze gekämpft. Diese historische Grundlage hat David Pfeifer gekonnt in einen Roman verwandelt, der nicht nur unglaublich spannend geschrieben ist, sondern auch den Irrsinn des Krieges bildhaft werden lässt. Zum größten Teil bestanden die Bergeinheiten aus absolut bergunkundigen Männern, denen einige wenige Bergführer zur Seite standen. Was in einer lebensfeindlichen Umgebung, wie dem Hochgebirge der Alpen, mit unerfahrenen Jungen geschieht, kann man sich leicht ausmalen.

Das Buch ist so bildhaft und fesselnd geschrieben, dass ich es jetzt am liebsten direkt noch einmal lesen möchte. Auch wenn meine Lektüre schon eine Weile her ist, kommen mir gerade bestimmte Bilder wieder lebhaft ins Gedächtnis. Spannende und rührende Geschichte vor überwältigender Kulisse: Beste Unterhaltung mit Tiefgang!
Leider hat es noch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, was ich hiermit ändern möchte. Und da der Krieg fast die einzige große Konstante in der Geschichte der Menschheit ist, kann man sich auch ab und an einmal damit beschäftigen.

‘Das ist der Unterschied zwischen Glauben und Krieg’ sagt Tonio. ‘Wer an Gott glaubt, der fragt sich, warum ich? Wer aber lange genug im Krieg war, der fragt sich, warum ich nicht?’

Die Rote Wand ist ein Buch, das sich einreiht neben Risiko (hier vom Kaffeehaussitzer grandios besprochen) und Wir sehen und dort oben (hier von der Papierflüsterin hochgelobt), oder auch Süß und ehrenvoll.

ISBN 9783453269613

Erschienen im Heyne Verlag, August 2015
287 Seiten, gebunden

€ 19,99

Gibt es auch zur digitalen Lektüre (9783641158521) und als Hörbuch (9783837131895).

P.S. Zu dem Buch hat der Heyne Verlag auch eine kostenlose App erstellen lassen, die weitere Informationen, historische Fotos und eine interaktive Karte des Schauplatzes in den Dolomiten enthält. Man kann sich also von zu Hause, oder auch vor Ort auf den Spuren der Standschützen bewegen und bekommt einen kostenlosen Mehrwert geboten.
Kurz nach meiner Lektüre hatte ich an die Pressestelle bei Randomhouse ein paar Fragen geschickt, leider aber bisher noch keine weitere Antwort bekommen, sonst hätte ich euch jetzt noch ein bisschen mehr zu diesem sehr interessanten Projekt erzählen können.
(Daher kommt meine Besprechung auch erst jetzt; ich hatte immer noch auf eine Antwort gehofft.)

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Historischer Roman | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Gehen, ging, gegangen – Jenny Erpenbeck

Gehen, ging, gegangen von Jenny Erpenbeck

(c) Knaus Verlag

“We become visible” haben sie auf ein Schild geschrieben, die Männer, die vor dem Roten Rathaus in Hungerstreik getreten sind. Es sind Heimatvertriebene aus aller Herren Länder. Geflüchtet vor Krieg, geflüchtet vor Hunger, geflüchtet vor Zukunftslosigkeit. Angekommen in einem Land, in dem sie als Problem angesehen werden.

“We become visible” ist auch gleichzeitig der größte Verdienst dieses Buches: den Geflüchteten ein Gesicht geben, ihre Geschichte zu erzählen. Wovor sind sie geflüchtet? Was hat das mit ihnen gemacht? Wie werden sie behandelt, in einem Land, dass selbst einen Anteil hat, an den Gründen ihrer Flucht?!

Richard ist die Hauptfigur in diesem Buch, Universitätsprofessor a.D., der mehr durch Zufall über den Protest am Roten Rathaus stolpert, der sich aus Kuriosität beginnt, mit den Männern zu beschäftigen. Auch Richard ist ein Mann, der sein Land verloren hat; von einem auf den anderen Tag wechselte er damals die Identität vom Bürger des real existierenden Sozialismus, in einen der sozialen Marktwirtschaft. Immer noch ist sein Leben mit ersterem verbunden, in sein Bewusstsein eingraviert die vielen Dinge, die früher anders hießen, anders liefen – und doch eigentlich nicht wirklich anders sind. Sein Trauma ist ein friedliches – ganz im Gegensatz zu dem der Geflüchteten.

In langen Gesprächen erfahren wir deren Geschichten, mehr oder weniger zumindest, denn ein Trauma kann auch das Wegschließen von Erinnerungen bedeuten, das Blocken von Bildern, die einen sonst zermürben.
Woher Sie kommen, die Geflüchteten? Spielt das wirklich eine Rolle, wenn ein Schutzbedürftiger vor deiner Tür steht? Vor allem in einem Land, in dem immer wieder von den christlichen Grundwerten geredet wird, wenn es um die Vertriebenen geht. Ein Blick ins Neue Testament würde vielleicht helfen, sich daran zu erinnern, was diese Grundwerte denn eigentlich sind – vor allem den ‘christlichen’ Parteien.

“Mit Dublin II hat sich jedes europäische Land, das keine Mittelmeerküste besitzt, das Recht erkauft, den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer kommen, nicht zuhören zu müssen.
Ein sogenannter Asylbetrüger wäre also auch jemand, der eine wahre Geschichte dort erzählt, wo man sie nicht anhören muss, geschweige denn darauf reagieren.”

Nicht zuständig. Die einfachste aller Ausreden. Und wenn man doch etwas tut, ist es Schweigen, oder Zeit schinden; die taktik der Zermürbung.

“In Wahrheit wollen Sie vom Senat überhaupt nichts. In Wahrheit wollen sie auf Arbeitssuche gehen und sich ihr Leben selbst organisieren, so wie jeder, der bei Kräften bei Verstand ist. Diejenigen aber, die dieses Gebiet bewohnen, erst seit ungefähr 150 Jahren heißt es Deutschland, verteidigen ihr Revier mit Paragraphen, mit der Wunderwaffe der Zeit hacken sie auf die Ankömmlinge ein, stechen ihnen mit Tagen und Wochen die Augen aus, wälzen die Monate über sie hin, und wenn sie dann noch immer nicht still sind, geben sie ihnen, vielleicht, drei Töpfe in verschiedenen Größen, einen Satz Bettwäsche und ein Papier, auf dem Fiktionsbescheinigung steht.”

Eine eigentliche Handlung fehlt dem Roman. Eher ist es eine lange Reportage, die uns vor Augen führt, was für die Presse nicht relevant genug ist. Ich habe viel über Asylrecht gelernt, über den Umgang der Bürokratie mit den Einzelschicksalen und durch die Augen Richards einen Blick auf das Weltgeschehen, auf die dunklen Seiten der Globalisierung geworfen.

Die Schicksale der Menschen stehen hier im Vordergrund. Hier bekommen sie Namen, ein Gesicht, Erinnerungen (‘break the memory’) und Hoffnungen. Hier sind sie nicht der Strom von Tausenden zu Fuß auf der Autobahn, nicht die Masse von bunten Klamotten auf einem überfüllten Schlauchboot, oder eine Kosten- Leistungsaufstellung.

“We become visible”. Aber es bleibt noch viel zu tun.

ISBN 9783813503708

Erschienen im Knaus Verlag, September 2015
352 Seiten, gebunden

€ 19,99

Auch als ebook erhältlich.

Da die Thematik keine neue ist, und uns sicher auch noch lange begleiten wird, gibt es einiges an Literatur. Eine kleine Auswahl sei hier noch genannt:

Und auch das Kino hat seit dieser Woche einen Beitrag zum Thema:

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Lest die deutsche Literatur zum Thema Exil!

Dem schließe ich mich an. Deutsche Flüchtlinge – das ist noch gar nicht lange her.

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Als die Katastrophe hier in Deutschland ausbrach, in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, da gingen die Menschen sehr unterschiedlich damit um. Diejenigen, die an den Nationalsozialismus glaubten, waren voller Hoffnung und diejenigen, die nicht daran glaubten, gingen zunächst mehrheitlich davon aus, dass der Spuk sehr bald vorbei sei, angesichts des sehr jungen und zumeist unqualifizierten Personals, mit dem das III. Reich aufgebaut werden sollte. Wir wissen, dass alle falsch lagen bis auf diejenigen, die an diesem Spuk noch verdienten. Diejenigen, die nicht an das Reich der Rasse glaubten, duckten sich irgendwann ab, oder sie verschwanden in Lagern, wo sie irgendwann erschlagen, erschossen oder verbrannt wurden. Andere machten sich noch früh genug auf die Flucht. Wenn sie früh genug gingen, waren sie klug, andere, die erst später auf die Idee kamen, hatten es wesentlich schwerer. Auch wenn sie ihr Leben retteten, stand vor ihnen das beschwerliche Exil.

Das Exil war…

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nachts – Mercedes Lauenstein

(c) Aufbau

(c) Aufbau

Kennt ihr das, wenn man nachts statt zu schlafen, alles erdenkbar andere macht? Zum Beispiel spontan das Bücherregal umräumen, alte Platten hören (vielleicht ja sogar über Kopfhörer), den Karton mit den alten Fotos sortieren, oder einfach nur rumkramen und plötzlich wird es draußen schon wieder hell. Ich denke, das hat jeder von uns schon erlebt.

Mercedes Lauenstein widmet genau uns allen also jetzt ein Buch – über uns. Denn genau darum geht es in ’nachts’, um Menschen, die nachts nicht schlafen, sondern wach sind. Und um die Dinge die sie tun, um die Gründe ihrer Schlaflosigkeit, die so verschieden sind, wie jeder anders ist als der Nächste.

Verpackt ist das Ganze in fünfundzwanzig Kapitel, die aus fünfundzwanzig Begegnungen bestehen. Die Erzählerin ist das zusammenhaltende Element:

“Nachts schlafe ich nicht. Ich laufe durch die Straßen und gucke durch die erleuchteten Fenster in das Leben der anderen hinein. Ich überfliege die Klingelschilder in den Hauseingängen in der vagen Hoffnung, auf einen Namen zu stoßen, den ich kenne, vielleicht meinen eigenen oder einen, der irgendwie zu mir passt.”

In den Stunden, in denen nur noch sehr vereinzelt Licht in den Fenstern ist, klingelt sie, in der Hoffnung eingelassen zu werden, in der Hoffnung auf ein kurzes Gespräch. So bekommt sie Einblick in das Leben der Befragten, der Schlaflosen. Das ist zum Teil recht gewöhnlich, zum Teil sehr persönlich. Vom klassischen Jetlag bis zur Angst vor der Dunkelheit ist alles dabei.
Zum Beispiel die junge Mutter, die sich erst jetzt den Grund vergegenwärtigt:

“Ich hätte immer gesagt: feiern. Schlafen oder feiern. Ich hab nie darüber nachgedacht, dass es noch andere Gründe gibt, aufzubleiben.”

fünfundzwanzig Wache

fünfundzwanzig Wache

Die einzelnen Geschichten werden uns tagebuchartig präsentiert (an einem Montag 4:34 Uhr) und nehmen mit der Erzählerin Anteil an einem Stück aus dem Leben von gänzlich Fremden.

Leider bleibt genau diese aber immer im Hintergrund. Als sie auf ihre eigenen Fragen antworten soll, erfindet sie lieber schnell eine Geschichte, als sich dem Gegenüber zu öffnen. Und am Ende ahnen wir, dass die vielen Nacht-Geschichten unterschwellig noch eine andere Geschichte erzählen. Eine der Einsamkeit, der Verlassenheit. Die Geschichte einer Verlorenen, der vor der Nacht grauht.

’nachts’ zeigt eine durchaus warme Seite unserer kalten Gesellschaft, zeigt einen intimen Einblick in die Anonymität einer Großstadt, präsentiert uns Seiten des Lebens, das um uns herum passiert, ohne dass wir es wahrnehmen. Das die Geschichten fiktiv sind (q.e.d.), spielt dabei eigentlich keine Rolle. Weißt du, was dein Nachbar tut, während du schläfst?

’nachts’ ist Buch, das man perfekt in einem Rutsch lesen kann, oder in fünfundzwanzig literarischen Häppchen. Ein Buch, mit dem man gerne länger wach bleibt und auch die Nacht durchmacht. Ein Buch, das auf jedem Nachttisch ein würdiges Zuhause findet. Und nicht zuletzt – ein wunderschön gestaltetes Buch. Kompliment an die Herstellungsabteilung des Aufbau Verlages!
(leider hat das Buch hier aber nicht genug Stimmen bekommen)

Bibliografisches:

ISBN 9783351036140

Erschienen im Aufbau Verlag, August 2015
191 Seiten, gebunden

€ 18,95

Bei Schlaflosigkeit und ohne Licht unter der Bettdecke komfortabler zu lesen als ebook.

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