Totenfrau – Bernhard Aichner

5 Freunde müssen sterben

btb Verlag

Die Story ist schnell erzählt: Blum ist die Adoptivtochter eines Bestatterehepaares und daher schon als Kind mit dem Tod vertraut. Nach einem tragischen Ereignis (lasst euch überraschen, damit beginnt das Buch!) wird sie zur Waise, lernt allerdings gleichzeitig ihren zukünftigen Mann Mark kennen, einen Polizisten, mit dem sie zwei Kinder haben soll.

Das Leben könnte perfekt für sie sein, doch da wird ihr Mann überfahren, einfach so, Fahrerflucht und aus. Vorbei.

Als Blum auf Marks Handy Aufzeichnungen von Gesprächen Marks mit einer jungen Frau hört, denkt sie erst an eine Affäre, doch die Geschichte ist so unglaublich, dass Blum sich auf die Suche nach dieser Dunja macht. Sie will alles wissen, aus Dunjas Mund. Das dass alles wahr ist, und was es mit Mark gemacht hat. Denn Dunja wurde mit zwei anderen über Jahre in einem Keller gefangen gehalten und missbraucht.

Als Blum Dunja gefunden hat und ihre Version gehört hat, wird ihr klar, dass Mark umgebracht wurde. Beseitigt, da er hinter den falschen Leuten her war.

Hier beginnt Blums Rachezug. Fünf sollen die Täter sein, fünf müssen sterben: der Fotograf, der Priester, der Koch, der Schauspieler und der Clown (hier musste ich ja Aryas Liste aus Song of Ice & Fire denken: Sir Ilyn, the Hound, Jamie Lannister…).
Dafür kommen ihr ihre Bestatter-Fähigkeiten zugute und das Ganze entwickelt sich zu einer Art Innsbrucker Version von Dexter, einer Serie, mit der Blum gar nichts anfangen kann – wie sie an einer Stelle sagt.

Was nun dieses Buch besonders auszeichnet ist seine Sprache, der Schreibstil. Durch die kurzen prägnanten Sätze, zog mich Bernhard Aichner von Beginn an in Blums Bann. Einmal begonnen, war es unglaublich schwer Pause zu machen. So las ich vor dem Schlafengehen und auch vor dem Aufstehen am morgen. Da ging es mir ähnlich, wie kürzlich bei Patrick Ness.

Und dann ist da natürlich die Protagonistin: Blum, die eben nicht wie Dexter einen unbedingten gefühllosen Drang zum Töten hat, sondern eine liebende Mutter und Ehefrau ist, die durch die äußeren Einflüsse auf ihren Weg gezwungen wird. Und diesen Weg mit absoluter Effizienz beschreitet.

Zitat einer Kollegin: Ein Krimi, der dich an deine Grenzen bringt. Dem stimme ich zu.

Reinlesen!

Bibliografisches:

ISBN 9783442754427

Erschienen im btb Verlag, März 2014
444 Seiten, gebunden

gut angelegte € 19,99

Die Totenfrau gibt es auch zum elektronischen Lesen, zum Hören auf Scheibe und zum Hören im Dateiformat.

 

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Kategorien: Deutsche Literatur, Krimi, Thriller | Schlagwörter: , , , , , , , , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Totenfrau – Bernhard Aichner

  1. Christoph

    Das klingt sehr vielversprechend und steht schon auf meiner Leseliste. Danke für den Tipp!

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