Skargat-Der Pfad des schwarzen Lichts – Daniel Illger

(c) Klett-Cotta

(c) Klett-Cotta

„There’s fantasy-books, and there’s …boring books.“ (Patrick Rothfuss)
Und damit es nicht allzu langweilig wird, kann man schon ab und an mal einen Fantasy-Roman lesen. Bei mir war es jetzt der hochgelobte Erstling von Daniel Illger ‚Skargat‘.

Erzählt wird die Geschichte von Mykar, der in seinem Dorf der Außenseiter ist. Zur falschen Zeit geboren, zur Zeit der Bösen Ernte, wird er von allen wie ein Aussätziger behandelt.
Nur einen Freund gewinnt er, der ihm vortan zu einem Beschützer wird, mit der natürlichen Autorität des Sohnes des örtlichen Priesters – Cay.
Als die zukünftige Frau Cays umgebracht wird, ist der Schuldige schnell gefunden – Mykar. Wer sonst soll es gewesen sein. Dieser hat selbst den Mord beobachtet und weiß folglich, wer der wahre Schuldige ist. Doch weder das, noch die Unterstützung Cays, der nicht an Mykars Schuld glaubt helfen ihm. Er wird von einem Mob (halb) tot geprügelt und im Wald liegen gelassen.

Als Jahre später Cay eines Mordes beschuldigt wird, kehrt Mykar zurück. Von seinem Leben als Einsiedler im Wald, oder gar von den Toten – das ist frei zur Interpretation. Fest steht, dass Mykar in dieser Zeit Kontakt hatte zur Welt der Toten und eine ‚Freundin‘ gefunden hat, die ihn fortan in Form ihres Schädels begleitet – Danje.

Mykar folgt also der Spur Cays, um ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien, denn Mykar glaubt fest an dessen Unschuld.
Auf seinem Weg trifft er auf Scara, eine leicht verrückte Magd, und den herunter gekommenen Landadligen Justinius. Zusammen machen sich die drei mit einem klapprigen Esel auf in die Stadt, in der Cay festgehalten wird und wohl seinem Todesurteil entgegen sieht.

Jetzt beginnt die eigentliche Geschichte, die Resue-Mission ‚Cay‘, was sich mit dieser Kombination von Gefährten nicht gerade einfach gestaltet, wie man sich vorstellen kann. Und wem das nicht von Beginn an düster vorkam, der begibt sich spätestens mit dem Auftauchen der menschenfressenden Leichen und der leichenfressenden Menschen ins Reich der Düsternis. Folglich spielt auch ein großer Teil auf dem alten Friedhof der Stadt.

Aus den verschiedenen Perspektiven von Mykar, Scara und Justinius erzählt, macht das Buch trotz der düsteren Figuren und dem vielen Leichengefleddere unglaublich Spaß. Was wohl auch damit zusammen hängt, dass mit dem Wechsel der Figuren nicht unbedingt ein Wechsel auf die andere Seite der Welt einhergeht, wie das bei George R.R. Martin der Fall ist. Vielmehr werden teilweise Ereignisse aus verschiedenen Sichtwinkeln betrachtet.

Zu Recht befindet sich Daniel Illger mit seinem Debüt im selben Verlag wie Tolkien und Rothfuss. Kurz: Skurrile, morbide Fantasy vom Feinsten, die nie ins Lächerlich abdriftet. Daniel Illger erschafft eine Welt, die, man ahnt es, noch viele viele Geschichten birgt. Da lauert quasi eine an jeder Ecke. Leider ist dies aber auch der einzige Wehrmutstropfen: am Ende der Geschichte stehen wir am Anfang einer neuen und viel größeren. Da kommt noch einiges auf uns zu. Und ich zumindest freue mich jetzt schon drauf.

Bibliografisches:

9783608946420

Erschienen bei Klett-Cotta, Februar 2015
568 Seiten, kartoniert

€ 17,95

Auch zum Lesen in elektronischer Form zu haben.

Skargat gefällt auch Papiergeflüster 😉

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Kategorien: Deutsche Literatur, Fantasy, Horror | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Skargat-Der Pfad des schwarzen Lichts – Daniel Illger

  1. Eine Gute Rezi zu einem guten Roman. Ich durfte ihn schon vorablesen.
    LG
    Uli

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