politthriller

Bauernopfer für die Entmündigung

1000augen

(c) Droemer

Nächste Woche wird ja bekanntlich der neue König von Amerika gekrönt, sicher ein Grund, sich mit entsprechenden Büchern zu unterhalten. Wenn es noch dazu eine Art Happy-End gibt, ist der Eskapismus zumindest grob bedient und wir können beruhigt schlafen gehen. Naja, eine Woche noch.

Das Buch, welches ich am Montag buchstäblich verschlungen habe (vormittags gestartet, abends beendet) ist klar beeinflusst von einem der prägenden Männer unserer Generation: Edward Snowden (ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass der Snowden-Skandal einmal mit Dreyfus auf einer Stufe behandelt werden wird).

‚Das Haus der Tausend Augen‘ ist schon mal ein ziemlich reißerischer Titel, aber er hat schon seine Berechtigung. Es geht um ein Bauernopfer, wie der Titel schon sagt. Gary Golay ist der stellvertretende Stabschef im Weißen Haus und in dieser Funktion verantwortlich, ein Gesetz zur Einschränkung der Überwachung und dem möglichen Missbrauch der gesammelten Daten durch den Kongress zu bringen. Durch gute Lobbyarbeit ist es ihm gelungen, eine Mehrheit für das Gesetz zu gewinnen. Doch „wenn sein Gesetz tatsächlich den Kongress passiert hätte, hätten eine Menge Leute eine Menge ihrer Macht abgeben müssen. Noch niemals in der Geschichte der Menschheit hatten machtbewusste Menschen Einschnitte hingenommen, ohne etwas dagegen zu unternehmen„. Also soll Gary beseitigt werden. Durch wilde Verknüpfung von gesammelten Geheimdienstdaten, Zurechtbiegung und Frisieren von Fakten, wird Gary ein Mord in die Schuhe geschoben und er ist von einem auf den anderen Tag ein Schwerverbrecher und Gejagter.
Verzweifelt verucht er sich zu entlasten und bekommt dabei sogar die Hilfe eines Whistleblowers.

Das Buch ist dermaßen temporeich und spannend geschrieben, dass ich leider an diesem Montag zu gar nichts anderem gekommen bin, als dieses Buch zu lesen. Vielleicht bin ich aber auch einfach sehr empfänglich für gut geschriebene Krimi-Unterhaltung mit aktuell-politischem Bezug. Es passt auch perfekt, dass ich derzeit die Serie ‚Designated Survivor‚ schaue, die ein doch sehr verwandten Plot hat. Für mich passte hier einfach alles zusammen. Knaller!

Ergänzend sei noch hinzugefügt, dass Ben Berkeley zwar ein amerikanischer Autor ist, allerdings ein Sohn deutscher Einwanderer und auch auf deutsch schreibt, und daher eine sehr europäische Sichtweise auf das Thema Überwachung hat. Bezugnehmend auf ein Zitat von Keith Alexander, Direktor der NSA interpretiert er:

Die Maßgabe war es, den größtmöglichsten Heuhaufen anzulegen, um in Zukunft möglichst viele Nadeln finden zu können.

Aus unserer Nach-Wahl-Sicht würde das Buch wohl einige Kapitel früher enden, so aber bekommen wir noch ein recht versöhnliches Ende serviert, bei dem paradoxerweise sogar mit Trumps Slogan gespielt wird (das Buch ist Anfang 2015 erschienen):

Wir haben uns heute hier versammelt, um die Angst zu besiegen. Wir haben uns heute hier versammelt, weil wir einen gemeinsamen Glauben haben. Den Glauben, dass Amerika besser ist als die Summe seiner Teile. Den Glauben, dass Amerika größer ist als die Länge seiner Grenzen, größer als die Höhe seiner Gebäude.

Heute würde man vielleicht eher sagen, dass die Angst nicht besiegt wurde, sondern gesiegt hat.

Das Haus der Tausend Augen – Ben Berkeley

ISBN 9783426304228

Erschienen im Verlag Droemer-Knaur, März 2015
442 Seiten, Klappenbroschur

€ 14,99

Advertisements
Kategorien: Deutsche Literatur, Geschichte, Krimi, Politik, politthriller, Thriller | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Snowden – Oliver Stone

Zur Abwechslung heute mal ein Film. Manchmal gehe ich nämlich auch ins Kino.
Hier erzählt uns Oliver Stone eine dramatisierte Version der bekannten Geschichte des Edward Snowden. Darauf wird auch extra im Vorspann hingewiesen, dass es sich nicht um eine exakte Wiedergabe der Geschichte handelt.

Der Film bietet eine gute Ergänzung zu Citizenfour und Die globale Überwachung. Erzählt wird die Vorgeschichte des Edward Snowden, vom Militärdienst, den er unfreiwillig abbrechen muss hin zu seiner Arbeit beim CIA, später NSA (‚Es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Sie Ihrem Land dienen können.‘). Dabei können wir miterleben, wie er sich immer weiter von seinem anfangs idealistischen Bild eines amerikanischen Patrioten entfernt. Bedeutend ist wohl der Satz: ‚I’m questioning our government. That’s what we do in this country, that’s the principle we’re founded on.‘ Zu Beginn sagt diesen seine Freundin, kurz vor Ende kommen die gleichen Worte von Snowdens Lippen. Aber die Regierung in Frage zu stellen, ist nicht das, was sich die Regierung und die Geheimdienste unter Patriotismus vorstellen. Und so wird aus dem Patrioten Snowden für die einen ein Verräter, für die anderen ein Held. Für sich selbst bleibt er ein einfacher Amerikaner.
Als zweite Zeitebene wird immer wieder dazwischen geschnitten, wie es zur Veröffentlichung der Dokumente kommt. Vom Treffen Snowdens mit Greenwald und Poitras bis zur schlussendlichen Veröffentlichung auf der Seite des Guardian, eine Veröffentlichung, die erst die Spitze des Eisberges darstellen sollte.

Joseph Gordon-Levitt spielt Snowden als trockenen, etwas hölzern wirkenden Geek. Ich vermute, das ist recht nah an der Realität. Trotz seines erschütternd ernsten Hintergrundes – Snowden gilt nach wie vor als Verräter, der wohl nicht mit einem fairen Verfahren rechnen kann, und sitzt nach wie vor in Russland fest – bietet der Film auch spannende Unterhaltung als Spy-Story und sehr gute Besetzung.

Ich für meinen Teil hab ein bisschen Gänsehaut bekommen, als die Szene eingespielt wurde, in der das Flugzeug von Evo Morales zur Landung gezwungen wurde, weil man dachte, dass Snowden an Bord wäre, eine Szene an die ich mich noch gut aus den Nachrichten erinnern konnte. Diese Vermischung von Hollywood-Film und Realität, die jeden von uns jeden tag betrifft, hat zumindest mich nicht kalt gelassen.

Also, ab ins Kino! Und natürlich Greenwalds Buch lesen. Und macht euch schlau!

Sehr sehenswert ist auch dieses Interview mit Snowden:

Kategorien: Politik, politthriller, Sachbuch, Thriller | Schlagwörter: , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bühlerhöhe – Brigitte Glaser

bühlerhöhe

(c) Ullstein

Auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz meine Lieblingsliteratur (der Verlag hat diesen Titel in die Marketingkampagne Kopfkino aufgenommen, die sich an Leserinnen 60+ richtet), aber ein Buch, das ich dennoch sehr gern gelesen habe.

Wir befinden uns in der unmittelbaren Nachkriegszeit, ein Kibbuz in Israel. Rosa bekommt den Auftrag, nach Deutschland zu reisen um Kanzler Adenauer zu beschützen. Rosa ist keine Agentin, Rosa gehört nicht zum Militär; mit Deutschland verbindet sie nur ihre Vergangenheit, eine Vergangenheit, die sie längst begraben hat. Dieses Land hat beinahe ihre gesamte Familie vernichtet. Doch ist sie in dem Moment scheinbar die einzige greifbare Person, die Deutsch spricht – immerhin ist sie in Köln aufgewachsen – und die den Schwarzwald sehr gut kennt, hat sie doch hier mit der Familie immer ihre Ferien verbracht.
Denn hierhin soll sie ihre Mission führen – im edlen Hotel Bühlerhöhe wir Kanzler Adenauer seine Ferien verbringen und dort droht ihm Gefahr. Eine jüdische Extremistengruppe trachtet dem Kanzler nach dem Leben, da er im Bundestag das umstrittene Wiedergutmachungsgesetz durchsetzen will, durch welches dem jungen israelischen Staat größere Summen deutschen Geldes zukommen sollen. Für die Gruppe ein Freikaufen von der Schuld, der nicht akzeptierbar ist.

Rosa wird also als mit der Lokalität vertraute auf die Bühlerhöhe geschickt, dort soll sie sich mit dem Agenten Ari treffen, der die Leitung der Mission übernehmen soll.
Die Reise nach Deutschland wird für Rosa in mehr als einer Hinsicht zu einer großen Herausforderung. Ein Land, in das sie niemals zurückkehren wollte und das doch voller auch schöner Erinnerungen steckt.
Beinahe kannman hier in der Schwarzwald-Idylle die verheerende Zeit der Nazi-Herrschaft vergessen.  Anders als in „Landgericht“ von Ursula Krechel merkt man beinahe nichts von der düsteren Vergangenheit des Landes, hier sind die Städte nahezu intakt geblieben, keine Spuren der Zerstörung sichtbar.

Doch wird der Aufenthalt für Rosa kein Zuckerschlecken. Ihr Partner, der erfahrene Agent, trifft nicht ein, die Hausdame auf der Bühlerhöhe spioniert ihr nach, es tauchen Schatten aus der Vergangenheit auf – jedoch nicht nur für Rosa. Auch für Sophie, die Hausdame, die ihr Fähnlein gerne mit dem Wind wehen lässt, was ihr die Verbannung aus der allzu nahen Heimat Strassburg eingebracht hat.
Außerdem ist da noch Agnes, die junge Auszubildende eines nahen Landgasthofes, die ein wichtiges verbindendes Element der Geschichte darstellt und eine ganz eigene naive Sicht auf die Begebenheiten dieses Sommers hat.
Kurz: in der Sommerfrische tummeln sich Geheimdienstler, Feriengäste, Handelsleute mit dubiosem Hintergrund und viele dunkle Schatten.

Brigitte Glaser hat mich mit einem Buch überrascht, das einen guten Land-Kontrast zu Krechels „Landgericht“ bietet, allerdings auch einen ungemein spannenden Agententhriller abgibt. Das Nachkriegsdeutschland ist für mich generell ein sehr interessantes Thema, leider etwas unterrepräsentiert in der derzeitigen Literatur (umso mehr freue ich mich auch auf das im November erscheinende neue Buch von Mechtild Borrmann).
Noch dazu erfahren wir eine Menge über die Flucht von Rosa und ihrer Schwester aus Deutschland, über das Leben im jungen Israel und über das schwierige Verhältnis der Geflüchteten zu ihrer einstigen Heimat Deutschland.

Die drei Hauptfiguren sind ausnahmslos weiblich und dabei so verschieden, dass es einen nur so durch die Geschichte hindurch zieht. Die verschiedenen Erzählperspektiven ergänzen sich sehr gut und geben einen differenzieten Blick auf die Geschichte, wobei die Sympathieträgerin eindeutig Rosa ist. Die naive Agnes regte mich das ein oder andere Mal mit ihrer Art wirklich auf und für Sophie kann man am Ende fast schon Mitleid empfinden, sie möchte nur das Beste für sich und scheitert dabei immer wieder aufs Neue und lässt sich von den Herren gnadenlos ausnutzen, in dem Glauben, man tue etwas für sie.

Mich hat Brigitte Glaser mit diesem Plot sehr gut unterhalten, genau die richtige Mischung aus Geschichte, Spannung und Einzelschicksalen, die glaubwürdig umgesetzt sind. Ein Buch ganz nach meinem Geschmack, auch wenn ich als Mann weit unter 60 scheinbar nicht zur Zielgruppe gehöre.

ISBN 9783471351260

Erschienen im List Verlag, August 2016
448 Seiten, gebunden
€ 20,00

eISBN 9783843713757
€ 16,99


 

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Geschichte, Historischer Roman, Krimi, Politik, politthriller, Regional | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

Paradox – Phillip P.Peterson

paradox

(c) Bastei Lübbe

Es gibt Science Fiction und es gibt Science Fiction. Dieses Buch gehört zur zweiten Kategorie. Ich begann mit der Lektüre, nachdem ich im Flieger Gravity gesehen hatte und war verblüfft über den doch sehr ähnlichen Einstieg. Zwar ist es hier kein Weltraumschrott, der zur tödlichen Gefahr wird, sondern im Prinzip das Management der letzten ISS-Mission, das durch Fehlentscheidungen zum Unglück führt, doch auch hier müssen sich die Besatzungsmitglieder mit der Rettungskapsel auf die Erde retten, während die Station der Verschrottung anheimfällt.
Das war natürlich sehr hilfreich bei detaillierter Verbildlichung der Eingangsszenen. Dennoch macht das Buch auch ohne den Film wirklich was her. Und das kommt nicht von selbst; in der Autorenbio heißt es: ‚Peterson ist Ingenieur für Satelitenprogramme und hat neben wissenschaftlichen Texten auch Artikel für einen Raumfahrtfachverlag veröffentlicht. Der kennt sich also in der Materie, über die er schreibt, wirklich gut aus. Was im Anhang auch durch zahlreiche Quellen unterstrichen wird.

Doch zur Story: der schon leicht betagte Ed Walker soll nach dem ISS-Desaster jetzt doch eine neue Mission anführen, ein von Multimilliardär finanziertes Projekt (inspiriert von Elon Musk). Dessen Unternehmen Centauri hat ein neuartiges Antriebssystem entwickelt, welches ein Raumschiff in verhältnismäßig kurzer Zeit an den Rand des Sonnensystems bringen soll. Genau dorthin, wo inzwischen drei Erkundungssonden verschwunden sind, bei denen kurz vor dem Verschwinden merkwürdige Anomalien festgestellt wurden. Daher ist auch David an Bord, ein junger Wissenschaftler, der sich genau mit diesem Phänomen in seiner Abschlussarbeit beschäftigt hat.

Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, das tut der Autor genug, erzählt das Buch von der Vorbereitung zur Mission und den damit verbundenen Schwierigkeiten, bis es schließlich – leider muss man darauf relativ lange warten – nach ca. 2/3 zum Start des Schiffes kommt und die spannende Mission in Richtung interstellarem Raum beginnt.Kein Sieg der Aufklärung |

Was die Astronauten dort finden, könnt ihr selbst lesen. Woran es mich direkt erinnert hat, ist das Bild auf der rechten Seite, dass irgendwann mal in der Schule behandelt wurde. Ob in Religion oder einem anderen Fach, ist mir leider nicht mehr geläufig. Passen würde im vorliegenden Fall allerdings sowohl Geistes-, wie auch Naturwissenschaft.

Besonders für dieses Buch eingenommen hat mich die stark ausgeprägte Gesellschaftskritik, die ich hier überhaupt nicht erwartet hatte. Im Hintergrund der Missionsvorbereitungen zeichnet sich ein atomarer Konflikt zwischen China und den USA ab, die über Ressourcen auf dem afrikanischen Kontinent in einen verbitterten Kampf verwickelt sind. Es wird das Bild einer zukünftigen Erde gezeigt, die leider momentan viel zu realistisch erscheint. Vom dummen Nationalismus, über Ressourcenkriege und große Völkerwanderungen ist das düstere Hintergrundbild logische Konsequenz derzeitiger Weltpolitik.
Bezeichnend ist der Kommentar des Missionskommandanten beim Anblick der vorbeiziehenden Erde kurz vor dem Abflug aus dem Orbit:

Alle Staatsoberhäupter müssten das hier mit eigenen Augen sehen, bevor sie ihr Amt antreten, dann gäbe es keine Kriege mehr und auch keine Verschmutzung in dem Ausmaß, wie sie auf der Erde stattfindet.

Seid vorgewarnt: wenn ihr Happy Ends mögt, ist dieses Buch nichts für euch. Solltet ihr aber den Marsianer und Gravity gerne gelesen/gesehen haben, ist das Buch genau richtig für euch.

ISBN 9783404208432

Erschienen im Verlag Bastei Lübbe, Dezember 2015
(leider bietet der Verlag keine Infos über Orginaltitel und Übersetzung)
478 Seiten, kartoniert

€ 9,99

Kategorien: Action, Fantasy, Nordamerikanische Literatur, Politik, politthriller, Science Fiction, Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Atom – Stephanie Cooke

atom

(c) KiWi

Heute vor 30 Jahren wurde der Welt vor Augen geführt, dass auch eine ‚zivile‘ Nutzung der Atomkraft keineswegs sicher ist, sondern ebenso zu Tod und Verderben führt, wie die militärische. Doch Tschernobyl war nicht der erste und nicht der letzte GAU.

Dieses Buch, dass vor Jahren eher zufällig zu mir kam, erzählt detailliert die Geschichte des nuklearen Zeitalters. Es führt uns vor Augen, dass eine zivile Nutzung nie ohne die militärische zu haben war, ist und sein wird. Stephanie Cooke hat intensiv recherchiert und schildert bekannte Katastrophen ebenso wie verschwiegene und solche, bei denen wir harscharf am Unglück vorbeigeschrammt sind. Wir erfahren von Verstrickungen der Industrie mit dem Militär, von dubiosen Geschäften und der allgegenwärtigen Gefahr der schmutzigen Bombe. Es geht, wie so oft, auch hier um Macht.

Das Ganze klingt jetzt vielleicht etwas trocken, ich kann euch aber versichern, dass das Buch spannend ist wie ein Thriller, wie eine Mischung aus Spionage- und Wirtschaftskrimi. Trotz der unglaublichen Fülle an Informationen wurde mir bei der Lektüre nie langweilig. Wohl auch, weil das ein Thema ist, das uns alle immer beschäftigen sollte. Nicht nur an Jahrestagen, sondern immer wieder. Atom ist eines der besten Sachbücher, die ich bisher gelesen habe!

Die allgegenwärtige Gefahr wird ignoriert, es werden marode Reaktoren wieder in Betrieb genommen, wie gerade wieder in Belgien geschehen. Ja es gibt sogar Länder, die neue Atomkraftwerke planen und bauen – auch mit deutscher Beteiligung (soviel zum deutschen Atomausstieg!)

30 Jahre Tschernobyl und wir haben nichts gelernt. Erschreckend!

ISBN 9783462043730

Erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch, April 2011
Aus dem Englischen übertragen von Hans G. Holl
Originaltitel: In mortal hands
592 Seiten, Taschenbuch

€ 9,99

Auch erhältlich zum digitalen Lesen.

Was jeder tun kann:

Wenn ihr lieber was belletristisches zum Thema Tschernobyl lesen wollt, empfehle ich Mechthild Borrmanns ‚Die andere Hälfte der Hoffnung‘.

Kategorien: Geschichte, Politik, politthriller, reportage, Sachbuch, Thriller, Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

Der Lockvogel – Chris Morgan Jones

lockvogel

(c) Heyne Verlag

Wie eine Bombe sind vor kurzem die Panama Papers eingeschlagen! Obwohl, eigentlich wusste man ja längst, dass Geld korrumpiert. Wer viel Geld hat, will mehr Geld und möglichst wenig davon wieder abgeben. Dass der Reichtum allerdings meist nicht rein aus harter Arbeit erwachsen ist, sondern die Infrastruktur und die politische Sicherheit der Staaten nutzt und braucht, spielt dann keine Rolle mehr. Warum soll man mittels Steuern in eben diese Infrastruktur investieren, einen Teil zum Erhalt und Ausbau beitragen, wenn man das Geld auch woanders deponieren kann, wo keiner dran kommt? Natürlich vollkommen legal!

Mit diesem Thema hat sich vor einigen Jahren Chris Morgan Jones in seinem ersten Buch bechäftigt: Mit der Lockvogel gelang ihm im Jahr 2012 (das Original erschien 2011) ein erstaunliches Debüt. Erzählt wird die Geschichte von Richard Lock (ja, da konnte jemand im Verlag dem Wortspiel im Titel nicht widerstehen), der als kleiner Anwalt zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und nun für einen großen russischen Oligarchen als Strohmann die Offshore-Unternehmen lenkt und leitet. Lock ist also ein professioneller Geldwäscher und Steuervermeider.

Jetzt könnt ihr euch auch denken, warum ich dieses Buch gerade neu lese, ist doch einer der spektakulärsten Teile der Panama Papers das Putin-Roldugin-Kapitel. Nachden kürzlichen Enthüllungen, zog ich also dieses Buch aus dem Regal und ließ dafür Avenue of Mysteries liegen, mit dem ich mich eh etwas schwer getan habe.

Lock lebt ein angenehmes Leben, oder soll man besser sagen, lebte, denn natürlich ändert sich gerade so einiges. Lock wird zu einem Prozess vorgeladen, bei dem er sich und seine Unternehmen erklären soll. Lizenzen, die eben diese Unternehmen verkaufte,stellten sich  als bloße Hüllen heraus und natürlich fühlt sich der Käufer geprellt. Er beauftragt gleichzeitig zur Klage eine Privatermittlung, deren Ziel es ist, nicht nur Lock bloßzustellen, sondern vielmehr noch den stillen Oligarchen im Hintergrund zu Fall zu bringen.

Hier kommt jetzt Ben Webster ins Spiel, der er ist unser Privat-Eye. Und das sind auch die beiden Erzählebenen: Lock und Webster wechseln sich ab und kommen sich im Laufe des Buches immer näher. Auch Webster hat Vorgeschichte mit Russland, hat er doch vor seiner Detektivlaufbahn eben dort als Journalist gearbeitet und musste den Tod einer guten Freundin in einem russischen Gefängnis mit ansehen.

Als es nun erste Tote gibt und Lock sich immer mehr in die Ecke gedrängt fühlt, wird der Wille zum Ausstieg immer stärker. Das Leben als Strohpuppe, als menschliches Schutzschild ist eben nur solange schön, wie man in Saus und Braus lebt und nur die Sonnenseite sieht. Wenn’s ernst wird, will man so schnell raus, wie nur eben möglich.

Ein Vergleich mit John le Carré ist wohl nicht übertrieben, auch wenn wir hier keine Regierungsagenten verfolgen sondern nur den Privatermittler und den Oligarchen-Strohmann. Doch auch Chris Morgan Jones, eben wie der große le Carré, ist einer der sich mit der Materie auskennt, ich zitiere hier mal aus der Autoren-Bio: „Chris Morgan Jones arbeitete elf Jahre für eine der weltweit größten Unternehmensberatungen. Zu seinen Kunden gehörten regierungen im Mittleren Osten, Banker in New York, Londoner Investmentfonds, afrikanische Minen-Unternehmen und russische Oligarchen.“ Dieses Insider-Wissen scheint durch jede Seite dieses Buches und dennoch langweilt diese Detailfülle, sie trägt vielmehr zur Authentizität des Buches bei. Chris Morgan Jones ist einer der fesselnd schreiben kann!

Folglich ist dieses Buch so unglaublich spannend, dass es nur schwer aus der Hand zulegen ist und man sich besser einen Wecker stellt, der einen zum Schlafengehen ermahnt.
Wenn ihr gerne spannende, politsche angehauchte Thriller mit dem gewissen Anspruch lest (wer tut das nicht!), habe ich hier genau das richtige Buch für euch. Auch bringt das Buch internationales Flair mit, wie es ein guter Bond-Film tut. Moskau, London, Paris, Cayman-Inseln, um eine Auswahl zu nennen. Im Gegensatz zu Bond, sind die Figuren in diesem Thriller allerdings etwas weniger glamourös.
Leider war ‚Der Lockvogel‘ bei Erscheinen nur mäßig erfolgreich, weshalb es inzwischen nicht mehr aufgelegt wird. Vielleicht lässt sich ja der Heyne-Verlag wegen der plötzlich wiedergewonnenen Aktualität ja zu einer Neuauflage überreden 😉

ISBN 9783453436060

Erschienen im Heyne Verlag, Juli 2012
Aus dem Englischen übertragen von Christoph und Karola Bausum
Originaltitel: An Agent of Deceit (bzw. The Silent Oligarch)
447 Seiten, Klappenbroschur

€12,99

Kategorien: Britische Literatur, Englische Literatur, Krimi, Politik, politthriller, Thriller | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kolbe – Andreas Kollender

kolbe

(Pendragon)

‚Tue das Richtige und habe keine Angst.‘

Mit diesem Satz seines Vaters im Kopf kommt Fritz Kolbe zurück in ein Deutsches Reich, das seines nicht mehr ist. In Afrika hat er als Vizekonsul gearbeitet, doch das war unter dem Kaiser, jetzt regiert da dieser kleine Schreihals mit dem lächerlichen Bart. Schon auf der Überfahrt wird Kolbe schikaniert und verschanzt sich letzlich im Maschinenraum, auch der Konsul verlässt seine Kabine nicht mehr, wird doch Schiff und Besatzung von den selbst ernannten Herrenmenschen drangsaliert. Sein Vorgesetzer erhoffte sich einen regulativen Einfluss durch die Rückkehr ins Reich. Leider müssen beide schnell feststellen, dass diese Hoffnung vergeblich war.

Wo sich der Konsul ins innere Exil zurückzieht, arbeitet Kolbe trotz allem weiter für das Auswärtige Amt, dient sich hoch und sitzt schließlich auch ohne Parteiabzeichen an sensibler Stelle im Vorzimmer des Botschafters von Günther. Lange Zeit verhält er sich ruhig, kämpft mit sich, den Satz seines Vaters immer im Kopf. Als er eine Botenfahrt zur deutschen Gesandschaft nach Bern machen soll, sieht er endlich eine Gelegenheit. Über einen alten Freund stellt er Kontakt zu den Amerikanern her und schmuggelt die erste Ladung geheimer Dokumente in die Schweiz.

Der erste Kontakt, die ersten Informationen, die erste Reise ist die schlimmste. Jede Minute fürchtet er sich zu verraten, in eine Falle zu gehen. Mit jeder Reise nach Bern setzt er sein Leben aufs Spiel, immer wieder wird ihm eiskalt bewusst, dass er nur ein Amateur ist und es auf allen Seiten mit Profis zu tun hat – amerikanische, russische, britische Spione, Gestapo, Sicherheitsdienst, SS. Der kleine deutsche Beamte Fritz Kolbe mit brisanten Dokumenten mitten unter ihnen. Und wohl gerade wegen seiner alltäglichen Unscheinbarkeit mit einem Narrenbonus versehen.

Eingebettet in ein Interviewszenario, in dem zwei junge Journalisten Kolbe Jahre nach dem Krieg in seiner selbstgewählten Einsamkeit in den Schweizer Bergen aufsuchen, um seine Geschichte zu erfahren, erzählt Andreas Kollender uns die beinahe unglaubliche Geschichte des Fritz Kolbe, der vom einfachen Beamten zum wichtigsten Spion für die Amerikaner im Deutschen Reich wird. Seine Informationen sind auch in Washington nur wenigen zugänglich, in der Regel gehen sie direkt an den Präsidenten.

Doch ist ‚Kolbe‘ kein reiner Spionageroman, erzählt er doch auch vom Alltag in einem zerbombten Berlin, vom Leben in einer Stadt, die sich in ein Trümmerfeld verwandelt hat. ‚Kolbe‘ ist auch das Portät eines Menschen, der sich auf einsamem Posten gegen ein Unrecht stellt, das ihn vollends umgibt und in dem er trotz allem leben muss. Ein Mensch, der in eine tiefe Krise stürzt, als durch seine Infomationen ein alter Freund stirbt, der daran fast verzweifelt.

Andreas Kollender hat mit diesem fesselnden Roman ein belletristisches Denkmal für Fritz Kolbe geschaffen, einen Mann dem sein Mut, sein Engagement im eigenen Land nie gedankt wurde. Es ist auch derzeit das einzige Buch mit dem Thema auf dem Markt, die Kolbe-Biographie von Delattre ist leider bei Piper nicht mehr lieferbar.
Fast jeder in Deutschland kennt Stauffenberg, den Mann der als Mitglied der Wehrmacht die NS-Ideologie lange Zeit mitgetragen hat; für ihn gibt es Gedenkstätten, -tafeln, Würdigungen, ja Hollywood-Verfilmungen. Wer kennt schon Fritz Kolbe?

ISBN 9783865324894
eISBN 9783865325013

Erschienen im Pendragon Verlag, Juli 2015

 

Kategorien: Belletristik, Biographie, Deutsche Literatur, Geschichte, Historischer Roman, pendragon, Politik, politthriller | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

Zone 5 – Markus Stromiedel

zone 5

(c) Droemer-Knaur

Nicht kleckern, sondern klotzen, wird sich Markus Stromiedel bei seinem neuen Buch gedacht haben (q.e.d.), denn nichts weniger als DAS Heiligtum der Kölner muss schon im Prolog des Buches dran glauben:

Der Tag, an dem der Kölner Dom einstürzte, war bis zu jenen Minutren kurz vor Sonnenuntergang bedrückend gewöhnlich gewesen.

Bedrückend gewöhnlich ist an diesem Buch allerdings sonst gar nichts.
In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die heilige Stadt Köln in Zonen aufgeteilt, deren Anwohner sich nach sozialem Status unterscheiden. Die rechte Rheinseite, heute noch halb liebevoll die schäle Sick genannt (im Buch ist die Schäl Sick übrigens das slum-artige Gebiet außerhalb der Grenzmauer), ist komplett zu Industriezone umgewandelt worden für einen multinationalen Konzern, der im übrigen auch die Kontrolle über die ganze Stadt hat (eine keineswegs fururistische Idee; bei uns durchaus vorstellbar, in Indien schon Realität, s. Punkt 3: Lavasa). Auf der linken Rheinseite entscheidet Geld und Macht, ob man sich rund um den Dom in Party und Rausch ergehen kann, oder in Zone 4 um das tägliche Dasein kämpft.

Die ehemalige innere Ringstraße, einst auf den Ruinen der Kölner Stadtmauer errichtet, war zur Zonengrenze ausgebaut worden, eine acht Meter hohe Wand aus Beton und Stahl umgab das Stadtzentrum.

Wir springen zurück, 9 Tage vor dem Einsturz des Domes: David kommt als junger Anwalt nach Köln, in ihm glüht der Ergeiz, etwas zu bewegen. Anders als seine Kommilitonen hat er nicht bei einem großen Konzern angeheuert, sondern will sein Anerkennungsjahr bei einer ambitionierten Anwaltskoryphäe absolvieren. Eine Entscheidung, die er schnell bereut. Der Anwalt ist inzwischen nur noch ein versoffener, im Selbstmitleid versunkener Haufen Elend.

In Zone 4 lebt Alex, eine junge Frau, die alles versucht, um ihrer Zwillingsschwester zu helfen, die an einer schweren Krankheit leidet. Außerhalb der Zonengrenze nahezu ein Todesurteil, da der Zugang zu Medikamenten und Behandlungen stark reglementiert ist. Mit einem illegalen Grenzübertritt versucht sie dennoch an ein Medikament zu kommen, wird allerdings geschnappt, wodurch sich Alex‘ Schicksal mit dem von David verbinden soll.

Ein düsteres Bild, das Markus Stromiedel hier von der Zukunft entwirft, allerdings leider keineswegs ein abwegiges. Die Kontrolle der Industrie auf die Politik nimmt immer mehr zu. Eine dauerhafte Überwachung der Bevölkerung ist schon jetzt Realität, wenn auch noch nicht ganz so extrem, wie im Köln der Zukunft, wo man allein durch das Abweichen von seinem normalen Bewegungsprofil als auffällig eingestuft wird.
Der Zugang zu medizinischer Hilfe ist schon heute hauptsächlich über monetäre Mittel geregelt (das fängt schon bei der Differenzierung von Privat- und Kassenpatienten an).
Beängstigend, wie plausibel Stromiedels Zukunftsvision ausgefallen ist. Und dennoch konsequent, wie heutige Trends (Überwachung der Bevölkerung, Flüchtlingsströme in die Städte, Gated Communities) weitergedacht werden.

Trotz aller Düsternis ein spannendes, gut duchdachtes und äußerst lesenswertes Buch, dass vom Verlag nicht umsonst mit Eggers ‚Der Circle‘ verglichen wird.
Man wünscht sich, dass das deutsche Fernsehen endlich mal aus all den Gebührenmillionen ein vernünftiges Serienformat entwickeln würde – hier ist die optimale Vorlage; Filmstadt Köln und so.. (die US-Amerikaner können’s, die Briten können’s, die Franzosen können’s, die Italiener können’s – warum bleibt das deutsche Fernsehen so unterirdisch?!).

Wenn ihr Dystopien mögt, Krimis oder Science Fiction – hier ist euer Buch!
ISBN 9783426304815

Erschienen im Verlag Droemer-Knaur, Dezember 2015
463 Seiten, Klappenbroschur

€ 14,99

eISBN 9783426435557

€ 12,99

zur Leseprobe

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Krimi, Politik, politthriller, Regional, Science Fiction, Thriller, Veranstaltung | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 4 Kommentare

Havarie – Merle Kröger

havarieZu den absurdesten Erfindungen der Menschheit zählen wohl Grenzen. Und zu den tödlichsten noch dazu.
Während vor 25 Jahren der Fall des eisernen Vorhangs euphorisch gefeiert wurde, hat sich im Grunde eigentlich nichts verändert. Immer noch werden Grenzanlagen gebaut, die der innerdeutschen gar nicht so unähnlich sind. So in in Israel, zwischen den USA und Mexiko (da zieht sich die befestigte Grenze geradezu durch den ganzen Kontinent), oder eben an den Rändern der Europäischen Union. Und da diese Grenzbefestigungen beinahe unüberwindlich sind, versuchen es die Flüchtlinge vor Krieg und Elend eben über das vermeintlich offene Meer, die ‚einfachere‘ Lösung.

Davon handelt ‚Havarie‘. Es ist ein Buch über das Mittelmeer und über die Schicksale, die sich im Zuge der Abschottung der Festung Europa dort abspielen.
Ein Kreuzfahrtschiff trifft auf ein winziges Schlauchboot voller Flüchtlinge, denen der Sprit ausgegangen ist. Ein Unwetter kündigt sich an und der Crucero ist verpflichtet (nach Seerecht?) bei dem Schlauchboot zu warten, bis die Seenotrettung, oder die Küstenwache eintrifft.

Das Merle Kröger erzählen kann und einen ans Buch fesselt ohne gleichen, kannte ich schon vom Vorgänger ‚Grenzfall‚, doch hier ist man geradezu gefangen in der Geschichte, durch ihre Aktualität. Das Flüchtlingsthema ist ja eines, das man gerne verdrängt, da nehme ich mich nicht aus, und das dann umso schmerzhafter an die Oberfläche drückt, wenn wieder ein Boot gekentert ist und wieder unzählige Menschen ertrunken sind.

Das Mittelmeer füllt sich mit Toten wie ein Massengrab. Und wir gehen baden, am Wochenende, an den Stränden…

Ich könnte also einer der Menschen auf dem Crucero sein. Einer von denen, die beinahe sorgenfrei in ihrer Blase der Spaßgesellschaft dahinschippern und für die die tragischen Schicksale nur ein Medienereignis sind. Nicht umsonst hat Merle Kröger das Kreuzfahrtschiff ‚Spirit of Europe‘ genannt, denn genau das ist der Spirit Europas. Das kleine Schlauchboot ist kurze Sensation, die mit der Handykamera festgehalten wird. Doch die Faszination verliert sich schnell. Die Bar ruft, oder das Bingospiel, oder das Fitnesscenter, oder Shopping, oder…

Für die Besatzung ist das Schlauchboot vor allem eines: ein finanzielles Problem. Das Schiff wird aufgehalten, man gelangt verspätet in den nächsten Hafen, das kostet alles Geld – die amerikanische Firmenzentrale ist not pleased.

Dass dann tatsächlich auch noch ein verletzter ‚Illegaler‘ auf das Schlauchboot entsorgt wird, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Das Buch ist an Symbolkraft fast nicht zu übertreffen. Doch trocken und erzwungen ist hier nichts. Atemlos verfolgt man die miteinander verknüpften Einzelschicksale, Menschen aus allen Ecken der Welt, die sich hier auf dem Mare Nostrum im Brennspiegel unserer Politik des Ausschließens zusammenfinden. Wie schon bei ‚Grenzfall‘: ein Buch, ganz nach meinem Geschmack: politisch, aktuell, hart an der Realität und vor allem großartig geschrieben.

Wer oder was havariert denn hier im Grunde? Der Friedensnobelpreisträger EU, Flüchtlinge in einem Schlauchboot, …?
Ich schließe mich Thekla Dannenberg an:

»HAVARIE ist der Roman der Stunde. Jeder, der an Europa und dem Mittelmeer hängt, sollte ihn lesen. Merle Kröger erzählt darin kein Flüchtlingsdrama. Oder zumindest nicht nur. Sie erzählt in rasant wechselnden Perspektiven von Aufbruch und Schiffbruch, von der Faszination des Meeres und von einer Seefahrt, die aus Gründen der Kosteneffizienz alle Werte über Bord geworfen hat. Der Roman beruht auf tatsächlichen Begebenheiten, und man merkt jeder Seite an, wie gründlich Merle Kröger recherchiert hat. Doch vor allem beweist Kröger mit HAVARIE zweierlei: wie grandios eine dezidiert politische Literatur sein kann und wie kunstvoll der deutsche Kriminalroman.« Thekla Dannenberg, FREITAG, Krimi Spezial

Aber: Macht euch selber ein Bild!

Bibliografisches:

9783867542241

Erschienen im Argument Verlag, Mai 2015
256 Seiten, gebunden

€ 15,00

Kategorien: Belletristik, Deutsche Literatur, Krimi, politthriller | Schlagwörter: , , , , , , , , | 5 Kommentare

Bloggen auf WordPress.com.

Nerdazine

Der Blog für den gepflegten Weltuntergang und Nerdkultur

blättern ungebunden

Blog für Literatur

Literature Displays

Lesen gefährdet die Dummheit

Papiergeflüster

Das minimalistische Buchblog

lesewucht.de

Bücher. Die bleiben.

crimealley

"There is a splinter of ice in the heart of a writer." (Graham Greene)

crimealley

Just another WordPress.com site

Der Pendragon Blog

Lesen gefährdet die Dummheit

Photographierer

Bonjour Tristesse - Stadt-Landschaften

Literaturen

Lesen gefährdet die Dummheit

buchrevier

last man reading

Zeilensprünge.

Blog für Literarisches

masuko13

Leidenschaftliche Leserin guter Romane.

Der Schneemann

Blog zur Krimi-Radiosendung

Die dunklen Felle

Krimis und Schafe - und Felle (oder Fälle?)

Zoë Beck

Blog, Infos, alles.

brasch & buch

unlimited

Poesierausch

Literatur- und Kulturblog

Packing books from boxes...

... von der Suche nach dem Glück auf dem Boden eines Kartons (und andernorts)

Die Leserin

Literarisch kriminell veranlagt.

Polar Noir

Lesen gefährdet die Dummheit

Biographilia

inspiring people next door

AstroLibrium

Die kleine literarische Sternwarte

Feiner reiner Buchstoff

von den üblichen Verdächtigen

reingelesen

pars pro toto

buecherrezension

Literaturen der Welt in Wort und Bild

Wissenstagebuch

Eine Gabel für die Suppe der Weisheit

Wortgestalten

Buchtipps, Reiseberichte und was mir sonst noch einfällt

Wort & Tat

Anne Kuhlmeyer

Libroscope

Literaturblog mit kleiner Filmnische

GET CHANGED!

hier finden Sie Infos zu fairer Mode, ethical fashion, grüner Mode

Mit dem Fahrrad in und um Köln

Lesen gefährdet die Dummheit

KrimiLese

Crime & Thrill

Krimimimi

Lesen gefährdet die Dummheit

Was soll ich lesen? - Bücherblog

Lesen gefährdet die Dummheit

Besser lesen

Besser mal was lesen. Was Besseres lesen. Die besseren Menschen lesen.

Elementares Lesen

Sachbuch-Blog

Die fabelhafte Bücherwelt der Aliénor

Einfach mal wieder abtauchen

notizhefte

Kulturwebseite für Bücher, Museen und Ausstellungen, Oper und Konzert, Essen, Trinken und Sport

Krimi-Welt

Lesen gefährdet die Dummheit

Zeilenkino

Wo Film und Literatur sich treffen

A Readmill of my mind

"We are such stuff as dreams are made on, and our little life is rounded with a sleep."

zeilentiger liest kesselleben

Erkundungen in Stuttgart und anderswo - Skizzen, Buch, Film, Musik und Gastronomie

Logbuch Suhrkamp

Lesen gefährdet die Dummheit

beckmagdalena

50% Dies + 50% Das = Gnadenlose Popliteratur

literaturblog günter keil

Romane . Kurzgeschichten . Hörbücher . Autoren . Interviews . Lesungen

crimenoir

Krimi & Thriller: Über Altmeister und Newcomer

%d Bloggern gefällt das: