Beiträge mit dem Schlagwort: Gesellschaft

Wenn die Party vorbei ist

subutex

(c) KiWi

Man könnte sagen: High Fidelity 20 Jahre später – die Party ist vorbei, die freie Marktwirtschaft hat ihren Job erledigt, Plattenläden sind obsolet, so auch der von Vernon Subutex. Seinen Laden musste er schließen, seinen restlichen Besitz hat er nach und nach verkauft und konnte sich so noch eine Zeit lang über Wasser halten, doch irgendwann ist alles Wertvolle versetzt. Und jetzt?
Jetzt sitzt Subutex plötzlich auf der Straße. Zack! Alles halb so schlimm, denkt er. Ist nur vorübergehend, denkt er. ‚5000 friends, they‘re in my phone‘, wie Patrice singt, alles also kein Problem, Vernon schreibt seine Freunde an, ob er bei ihnen auf der Couch schlafen kann, er sei gerade aus Kanada gekommen für einige Erledigungen.
Und da fängt es schon an, keiner der sogenannten Freunde scheint zu wissen, was Vernon in Wirklichkeit tut, wie es ihm geht. Eigentlich sind das alles nur Bekannte aus der lange zurück liegenden Vergangenheit, als man noch gemeinsam um die Häuser gezogen ist, gemeinsam Musik gemacht hat. Doch alle haben sich weiter entwickelt, haben sich voneinander entfernt. Hier stecken wirklich alle Vorurteile der verschiedenen politischen Spektren drin, alle haben sie sich in ihrem
Leben irgendwie eingerichtet. Die ‚gute alte Zeit‘ ist bald abgehandelt und mit dem Jetzt kann keiner so richtig was anfangen, alle sind sie unzufrieden, frustriert (Außer vielleicht der Bankerboy, für den ist alles Party, Drogen und Musik. Aber der weiß es einfach noch nicht und merkt es spätestens, wenn der Rausch vorbei ist).

Das großartige an Despentes Buch ist genau das: der arbeitslose, aussichtslose, irgendwie schluffihafte aber sympathische Vernon dient als Verbindungsglied um uns einmal durch die französische ‚Mitte‘ zu führen, von der ehemaligen Pornodarstellerin zum frustrierten Marxisten, vom identitären Jüngling zum neureichen Flashboy. Da ist sich jeder nur selbst der Nächste und obwohl doch viele erkennen, dass Vernon obdachlos ist und sich nur mit einer Notlüge einen Schlafplatz besorgen kann, kommt doch keiner auf die Idee, ihm ernsthaft Hilfe anzubieten. Irgendwann hat Subutex auf jeder Couch seiner vielen ‚Freunde‘ geschlafen und was kommt dann?

Despentes hat hier das Porträt einer oberflächlichen Online-Party-Frust-Gesellschaft geschaffen und mich damit in Ihren Erzählbann gezogen.
Liebe deinen Nächsten ist längst überholt. Schuld sind immer die Anderen.

Das Buch liegt jetzt in den Buchhandlungen, also nichts wie hin!
Das Leben des Vernon Subutex

ISBN 9783462048827
eISBN 9783462317275

Erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch, August 2017
Aus dem Französischen übertragen von Claudia Steinitz
Originaltitel: Vernon Subutex

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Kategorien: Belletristik, französische Literatur | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Paradox – Phillip P.Peterson

paradox

(c) Bastei Lübbe

Es gibt Science Fiction und es gibt Science Fiction. Dieses Buch gehört zur zweiten Kategorie. Ich begann mit der Lektüre, nachdem ich im Flieger Gravity gesehen hatte und war verblüfft über den doch sehr ähnlichen Einstieg. Zwar ist es hier kein Weltraumschrott, der zur tödlichen Gefahr wird, sondern im Prinzip das Management der letzten ISS-Mission, das durch Fehlentscheidungen zum Unglück führt, doch auch hier müssen sich die Besatzungsmitglieder mit der Rettungskapsel auf die Erde retten, während die Station der Verschrottung anheimfällt.
Das war natürlich sehr hilfreich bei detaillierter Verbildlichung der Eingangsszenen. Dennoch macht das Buch auch ohne den Film wirklich was her. Und das kommt nicht von selbst; in der Autorenbio heißt es: ‚Peterson ist Ingenieur für Satelitenprogramme und hat neben wissenschaftlichen Texten auch Artikel für einen Raumfahrtfachverlag veröffentlicht. Der kennt sich also in der Materie, über die er schreibt, wirklich gut aus. Was im Anhang auch durch zahlreiche Quellen unterstrichen wird.

Doch zur Story: der schon leicht betagte Ed Walker soll nach dem ISS-Desaster jetzt doch eine neue Mission anführen, ein von Multimilliardär finanziertes Projekt (inspiriert von Elon Musk). Dessen Unternehmen Centauri hat ein neuartiges Antriebssystem entwickelt, welches ein Raumschiff in verhältnismäßig kurzer Zeit an den Rand des Sonnensystems bringen soll. Genau dorthin, wo inzwischen drei Erkundungssonden verschwunden sind, bei denen kurz vor dem Verschwinden merkwürdige Anomalien festgestellt wurden. Daher ist auch David an Bord, ein junger Wissenschaftler, der sich genau mit diesem Phänomen in seiner Abschlussarbeit beschäftigt hat.

Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, das tut der Autor genug, erzählt das Buch von der Vorbereitung zur Mission und den damit verbundenen Schwierigkeiten, bis es schließlich – leider muss man darauf relativ lange warten – nach ca. 2/3 zum Start des Schiffes kommt und die spannende Mission in Richtung interstellarem Raum beginnt.Kein Sieg der Aufklärung |

Was die Astronauten dort finden, könnt ihr selbst lesen. Woran es mich direkt erinnert hat, ist das Bild auf der rechten Seite, dass irgendwann mal in der Schule behandelt wurde. Ob in Religion oder einem anderen Fach, ist mir leider nicht mehr geläufig. Passen würde im vorliegenden Fall allerdings sowohl Geistes-, wie auch Naturwissenschaft.

Besonders für dieses Buch eingenommen hat mich die stark ausgeprägte Gesellschaftskritik, die ich hier überhaupt nicht erwartet hatte. Im Hintergrund der Missionsvorbereitungen zeichnet sich ein atomarer Konflikt zwischen China und den USA ab, die über Ressourcen auf dem afrikanischen Kontinent in einen verbitterten Kampf verwickelt sind. Es wird das Bild einer zukünftigen Erde gezeigt, die leider momentan viel zu realistisch erscheint. Vom dummen Nationalismus, über Ressourcenkriege und große Völkerwanderungen ist das düstere Hintergrundbild logische Konsequenz derzeitiger Weltpolitik.
Bezeichnend ist der Kommentar des Missionskommandanten beim Anblick der vorbeiziehenden Erde kurz vor dem Abflug aus dem Orbit:

Alle Staatsoberhäupter müssten das hier mit eigenen Augen sehen, bevor sie ihr Amt antreten, dann gäbe es keine Kriege mehr und auch keine Verschmutzung in dem Ausmaß, wie sie auf der Erde stattfindet.

Seid vorgewarnt: wenn ihr Happy Ends mögt, ist dieses Buch nichts für euch. Solltet ihr aber den Marsianer und Gravity gerne gelesen/gesehen haben, ist das Buch genau richtig für euch.

ISBN 9783404208432

Erschienen im Verlag Bastei Lübbe, Dezember 2015
(leider bietet der Verlag keine Infos über Orginaltitel und Übersetzung)
478 Seiten, kartoniert

€ 9,99

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Ein neues Zuhause für die Kellergeigers – Jean-Claude Grumberg

kellergeiger

(c) Jacoby & Stuart

Heute mal was ganz anderes: ein Kinderbuch. Wer dazu mal ein Proseminar besucht hat, wird wissen, dass man sich da erstmal einigen muss, was ein Kinderbuch ist. Von Kindern geschrieben, oder für Kinder? Oder ganz anders. Und wer ist Kind und wann hört das Kindsein auf?

Bei diesem Buch spielt das eigentlich gar keine Rolle, denn es ist ein klassischer All-Age Titel (was jetzt sicher ein Widerspruch ist, Verlagsmenschen werden verzweifelt aufheulen).

Jean-Claude Grumberg erzählt die Geschichte der Kellergeiger, einer Familie, die zum Völkchen der Kellergeiger gehören. Kellergeiger gibt es überall auf der Welt und sie leben mitten unter uns. Und doch gehören sie irgendwie nicht dazu.

Weil diejenigen, die nur dort zuhause sind, wo sie geboren sind und nirgendwo anders, die Kellergeiger nicht mögen. Auch die nicht, die in ihrer Nähe geboren sind.

Sie sind die ewig Ausgegrenzten, sie sind wie du und ich. Ausgegrenzt ohne wirklichen Grund, einfach nur weil. Sie sind auf der Suche nach einem Ort, an dem sie sich endgültig zu Hause fühlen können und durchwandern daher ein Land nach dem anderen, oft mehr unfreiwillig als freiwillig, werden in Rollen gepresst, die nicht zu ihnen passen, die ihnen gar schaden.
Es ist eine exemplarische Geschichte über Xenophobie, eine Geschichte über besorgte Menschen und ihre Angst vor dem vermeintlich Fremden, erzählt aus der Perspektive der Ausgegrenzten.

„Warum müssen oder sollten die Kellergeiger ein K über der Nasenwurzel tragen?“
„Damit man sie erkennt.“
„Damit man sie erkennt?“
„Ja, ohne das K kann man sie nicht erkennen.“

In jedem Land werden sie anders behandelt, und doch werden sie immer als anders behandelt.

Das beste Mittel gegen Angst vor dem Fremden ist, das Fremde zu etwas Bekanntem zu machen. Denn jeder von uns ist irgendwo fremd.
Als kleine Hilfestellung gibt es diese nette kleine Buch für Kinder von 10 bis 110 Jahren, das noch dazu mit tollen Illustrationen von Ronan Badel gestaltet ist.

Als Anschlusslektüre (und auch sonst immer) empfehle ich: Hiob von Joseph Roth

ISBN 9783941787223

Erschienen im Verlagshaus Jacoby & Stuart, März 2016
Aus dem Französischen übertragen von Edmund Jacoby
Originaltitel: Les Vitalabri
96 Seiten, gebunden

€ 12,95

Zur Leseprobe

Kategorien: französische Literatur, Jugendbuch, kinderbuch | Schlagwörter: , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Lockvogel – Chris Morgan Jones

lockvogel

(c) Heyne Verlag

Wie eine Bombe sind vor kurzem die Panama Papers eingeschlagen! Obwohl, eigentlich wusste man ja längst, dass Geld korrumpiert. Wer viel Geld hat, will mehr Geld und möglichst wenig davon wieder abgeben. Dass der Reichtum allerdings meist nicht rein aus harter Arbeit erwachsen ist, sondern die Infrastruktur und die politische Sicherheit der Staaten nutzt und braucht, spielt dann keine Rolle mehr. Warum soll man mittels Steuern in eben diese Infrastruktur investieren, einen Teil zum Erhalt und Ausbau beitragen, wenn man das Geld auch woanders deponieren kann, wo keiner dran kommt? Natürlich vollkommen legal!

Mit diesem Thema hat sich vor einigen Jahren Chris Morgan Jones in seinem ersten Buch bechäftigt: Mit der Lockvogel gelang ihm im Jahr 2012 (das Original erschien 2011) ein erstaunliches Debüt. Erzählt wird die Geschichte von Richard Lock (ja, da konnte jemand im Verlag dem Wortspiel im Titel nicht widerstehen), der als kleiner Anwalt zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und nun für einen großen russischen Oligarchen als Strohmann die Offshore-Unternehmen lenkt und leitet. Lock ist also ein professioneller Geldwäscher und Steuervermeider.

Jetzt könnt ihr euch auch denken, warum ich dieses Buch gerade neu lese, ist doch einer der spektakulärsten Teile der Panama Papers das Putin-Roldugin-Kapitel. Nachden kürzlichen Enthüllungen, zog ich also dieses Buch aus dem Regal und ließ dafür Avenue of Mysteries liegen, mit dem ich mich eh etwas schwer getan habe.

Lock lebt ein angenehmes Leben, oder soll man besser sagen, lebte, denn natürlich ändert sich gerade so einiges. Lock wird zu einem Prozess vorgeladen, bei dem er sich und seine Unternehmen erklären soll. Lizenzen, die eben diese Unternehmen verkaufte,stellten sich  als bloße Hüllen heraus und natürlich fühlt sich der Käufer geprellt. Er beauftragt gleichzeitig zur Klage eine Privatermittlung, deren Ziel es ist, nicht nur Lock bloßzustellen, sondern vielmehr noch den stillen Oligarchen im Hintergrund zu Fall zu bringen.

Hier kommt jetzt Ben Webster ins Spiel, der er ist unser Privat-Eye. Und das sind auch die beiden Erzählebenen: Lock und Webster wechseln sich ab und kommen sich im Laufe des Buches immer näher. Auch Webster hat Vorgeschichte mit Russland, hat er doch vor seiner Detektivlaufbahn eben dort als Journalist gearbeitet und musste den Tod einer guten Freundin in einem russischen Gefängnis mit ansehen.

Als es nun erste Tote gibt und Lock sich immer mehr in die Ecke gedrängt fühlt, wird der Wille zum Ausstieg immer stärker. Das Leben als Strohpuppe, als menschliches Schutzschild ist eben nur solange schön, wie man in Saus und Braus lebt und nur die Sonnenseite sieht. Wenn’s ernst wird, will man so schnell raus, wie nur eben möglich.

Ein Vergleich mit John le Carré ist wohl nicht übertrieben, auch wenn wir hier keine Regierungsagenten verfolgen sondern nur den Privatermittler und den Oligarchen-Strohmann. Doch auch Chris Morgan Jones, eben wie der große le Carré, ist einer der sich mit der Materie auskennt, ich zitiere hier mal aus der Autoren-Bio: „Chris Morgan Jones arbeitete elf Jahre für eine der weltweit größten Unternehmensberatungen. Zu seinen Kunden gehörten regierungen im Mittleren Osten, Banker in New York, Londoner Investmentfonds, afrikanische Minen-Unternehmen und russische Oligarchen.“ Dieses Insider-Wissen scheint durch jede Seite dieses Buches und dennoch langweilt diese Detailfülle, sie trägt vielmehr zur Authentizität des Buches bei. Chris Morgan Jones ist einer der fesselnd schreiben kann!

Folglich ist dieses Buch so unglaublich spannend, dass es nur schwer aus der Hand zulegen ist und man sich besser einen Wecker stellt, der einen zum Schlafengehen ermahnt.
Wenn ihr gerne spannende, politsche angehauchte Thriller mit dem gewissen Anspruch lest (wer tut das nicht!), habe ich hier genau das richtige Buch für euch. Auch bringt das Buch internationales Flair mit, wie es ein guter Bond-Film tut. Moskau, London, Paris, Cayman-Inseln, um eine Auswahl zu nennen. Im Gegensatz zu Bond, sind die Figuren in diesem Thriller allerdings etwas weniger glamourös.
Leider war ‚Der Lockvogel‘ bei Erscheinen nur mäßig erfolgreich, weshalb es inzwischen nicht mehr aufgelegt wird. Vielleicht lässt sich ja der Heyne-Verlag wegen der plötzlich wiedergewonnenen Aktualität ja zu einer Neuauflage überreden 😉

ISBN 9783453436060

Erschienen im Heyne Verlag, Juli 2012
Aus dem Englischen übertragen von Christoph und Karola Bausum
Originaltitel: An Agent of Deceit (bzw. The Silent Oligarch)
447 Seiten, Klappenbroschur

€12,99

Kategorien: Britische Literatur, Englische Literatur, Krimi, Politik, politthriller, Thriller | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

I am not animal – Hammed Khamis

khamis

(Frohmann)

Geflüchtete haben in Europa weniger Rechte als Tiere. Denk mal drüber nach.

Als Hammed Khamis im Internet ein Video aus dem sogenannten Dschungel von Calais sieht, weiß er – er muss da hin. Er will die Kirche aus Plastik sehen, die sich die Geflüchteten dort gebaut haben.

Und wo viele nur reden, setzt er sich ins Auto und fährt da hin. Seine Erlebnisse berichtet er auf einem Blog, der jetzt in Buchform erschienen ist.

Es mutet an, als würde er hier im Raum sitzen und erzählen, von den Menschen auf die er trifft, Menschen, die seine Freunde werden, wie er immer wieder betont. Menschen in Not, Menschen die vor Hunger und Krieg geflohen sind, vor Verfolgung, vor dem Elend, vor dem Tod.
In Calais hat sich ein Slum gebildet, ein Dschungel wie sie ihn nennen, denn er wuchert wild über die Dünen am in der Nähe des Eingangs zum Eurotunnel. Diese Menschen stauen sich hier, sie wollen nach England, auf die rettende Insel.

Entweder England oder den Tod. Wir sind doch eh tot, wenn die uns in den Sudan abschieben.

Aber nicht nur aus dem Sudan kommen die Menschen im Dschungel von Calais. Sie kommen auch aus Afghanistan, Iran, Eritrea, Somalia, von überall dort, wo das Leben nicht sicher ist.

Manche haben ihr Todesurteil sogar schriftlich dabei. Warum erhalten solche Leute kein Asyl? Sie haben für eine Sache, die in Europa nicht mal illegal ist, die Todesstrafe bekommen. Welchen Grund für Asyl gibt es, der dringender ist?

Diese Fragen muss man sich stellen, muss man stellen an die Politik, an die Gesellschaft! Mit diesem Buch stellt Hammed Khamis diese Fragen und noch viele mehr. Am Ende des Buches schmeißt er uns diese Fragen ins Gesicht. Eine Ganze Seite lang. Es ist an uns allen, die Antworten zu geben.

Hammed schildert seine Erlebnisse eindrücklich; beeindruckend nah kamen mir bei der Lektüre die einzelnen Schicksale, und nicht nur einmal bin ich mit dem Autor den Tränen nahe. Der Dschungel von Calais, die Schande von Calais.
Doch trifft Hammed in Calais nicht nur auf Geflüchtete, er trifft auch Helfende, Menschen die von überall her kommen um den Menschen dort zu helfen, ihnen beizustehen. Er trifft aber auch auf Journalisten, die safari-gleich auf Drive-By-Fotos des Elends aus sind, er trifft auf knüppelnde Polizisten und auf eben jene Menschen, für die die Geflüchteten, Schutzbedürftigen nur Vieh sind, ein großes, störendes Ärgernis.

Mich kostet es vierzehn Euro, um durch den Eurotunnel zu kommen. Mein Freund Mima wird dafür vielleicht mit seinem Leben bezahlen.

eISBN 9783944195766
ISBN 9783944195780

Erschienen im Frohmann Verlag, Januar 2016
99 Seiten

Als ebook zu haben, für gut angelegte 4,99€.

Die gedruckte Ausgabe gibt es für 13,00 €.

Kategorien: Deutsche Literatur, Geschichte, Politik, reportage, Sachbuch | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Havarie jetzt auch im Kino

Eines der besten Bücher des letzten Jahres gibt es in Kürze auch im Kino. Merle Kröger macht das ja gerne, aus der Recherche gleich Buch und Film zaubern.
Gerade habe ich auf der facebook-Seite des Argument-Verlages diesen Post entdeckt, den ich direkt mit euch teilen möchte:

HAVARIE bewegt:
Weltpremiere von HAVARIE im Forum der Berlinale 2016

„37º 28.6´N 0º3.8´E. Ein Schlauchboot voller Menschen, einer winkt. Die Kamera schwenkt langsam nach rechts und zeigt Touristen, die von einem Kreuzfahrtschiff aufs Meer blicken. Sie bewegt sich zurück, streift erneut das Boot, und schwenkt nach links, zur anderen Seite des Schiffes. Das gebrochene Sonnenlicht taucht es in Farben, ein vertikaler Lichtstrahl trennt des Schiff vom Boot, zu dem die Kamera nun zurückkehrt. Bisweilen verliert das Bild an Schärfe, geisterhaft erscheinen Spiegelungen im Wasser.“

Zu meiner Besprechung des Buches geht es hier entlang: Havarie.

Kategorien: Verfilmung | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zone 5 – Markus Stromiedel

zone 5

(c) Droemer-Knaur

Nicht kleckern, sondern klotzen, wird sich Markus Stromiedel bei seinem neuen Buch gedacht haben (q.e.d.), denn nichts weniger als DAS Heiligtum der Kölner muss schon im Prolog des Buches dran glauben:

Der Tag, an dem der Kölner Dom einstürzte, war bis zu jenen Minutren kurz vor Sonnenuntergang bedrückend gewöhnlich gewesen.

Bedrückend gewöhnlich ist an diesem Buch allerdings sonst gar nichts.
In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die heilige Stadt Köln in Zonen aufgeteilt, deren Anwohner sich nach sozialem Status unterscheiden. Die rechte Rheinseite, heute noch halb liebevoll die schäle Sick genannt (im Buch ist die Schäl Sick übrigens das slum-artige Gebiet außerhalb der Grenzmauer), ist komplett zu Industriezone umgewandelt worden für einen multinationalen Konzern, der im übrigen auch die Kontrolle über die ganze Stadt hat (eine keineswegs fururistische Idee; bei uns durchaus vorstellbar, in Indien schon Realität, s. Punkt 3: Lavasa). Auf der linken Rheinseite entscheidet Geld und Macht, ob man sich rund um den Dom in Party und Rausch ergehen kann, oder in Zone 4 um das tägliche Dasein kämpft.

Die ehemalige innere Ringstraße, einst auf den Ruinen der Kölner Stadtmauer errichtet, war zur Zonengrenze ausgebaut worden, eine acht Meter hohe Wand aus Beton und Stahl umgab das Stadtzentrum.

Wir springen zurück, 9 Tage vor dem Einsturz des Domes: David kommt als junger Anwalt nach Köln, in ihm glüht der Ergeiz, etwas zu bewegen. Anders als seine Kommilitonen hat er nicht bei einem großen Konzern angeheuert, sondern will sein Anerkennungsjahr bei einer ambitionierten Anwaltskoryphäe absolvieren. Eine Entscheidung, die er schnell bereut. Der Anwalt ist inzwischen nur noch ein versoffener, im Selbstmitleid versunkener Haufen Elend.

In Zone 4 lebt Alex, eine junge Frau, die alles versucht, um ihrer Zwillingsschwester zu helfen, die an einer schweren Krankheit leidet. Außerhalb der Zonengrenze nahezu ein Todesurteil, da der Zugang zu Medikamenten und Behandlungen stark reglementiert ist. Mit einem illegalen Grenzübertritt versucht sie dennoch an ein Medikament zu kommen, wird allerdings geschnappt, wodurch sich Alex‘ Schicksal mit dem von David verbinden soll.

Ein düsteres Bild, das Markus Stromiedel hier von der Zukunft entwirft, allerdings leider keineswegs ein abwegiges. Die Kontrolle der Industrie auf die Politik nimmt immer mehr zu. Eine dauerhafte Überwachung der Bevölkerung ist schon jetzt Realität, wenn auch noch nicht ganz so extrem, wie im Köln der Zukunft, wo man allein durch das Abweichen von seinem normalen Bewegungsprofil als auffällig eingestuft wird.
Der Zugang zu medizinischer Hilfe ist schon heute hauptsächlich über monetäre Mittel geregelt (das fängt schon bei der Differenzierung von Privat- und Kassenpatienten an).
Beängstigend, wie plausibel Stromiedels Zukunftsvision ausgefallen ist. Und dennoch konsequent, wie heutige Trends (Überwachung der Bevölkerung, Flüchtlingsströme in die Städte, Gated Communities) weitergedacht werden.

Trotz aller Düsternis ein spannendes, gut duchdachtes und äußerst lesenswertes Buch, dass vom Verlag nicht umsonst mit Eggers ‚Der Circle‘ verglichen wird.
Man wünscht sich, dass das deutsche Fernsehen endlich mal aus all den Gebührenmillionen ein vernünftiges Serienformat entwickeln würde – hier ist die optimale Vorlage; Filmstadt Köln und so.. (die US-Amerikaner können’s, die Briten können’s, die Franzosen können’s, die Italiener können’s – warum bleibt das deutsche Fernsehen so unterirdisch?!).

Wenn ihr Dystopien mögt, Krimis oder Science Fiction – hier ist euer Buch!
ISBN 9783426304815

Erschienen im Verlag Droemer-Knaur, Dezember 2015
463 Seiten, Klappenbroschur

€ 14,99

eISBN 9783426435557

€ 12,99

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Greenwash Inc. – Karl Wolfgang Flender

(DuMont)

(DuMont)

„Früher wurden hier Kugellager hergestellt, heute konstruieren wir hier Realitäten.“

Hier ist der Roman, der das Potential hat, den Herbst zu rocken, wie das im letzten Jahr ‚Der Circle‘ getan hat. Auch Flender nimmt sich ein kontroverses Thema vor, was schon einmal Respekt verdient, spielen Debuts doch gerne in der autobiografischen Welt des Jungautors. Nicht so bei Flender, der zieht mit uns einmal um den Globus, an die kommerziellen Krisenherde der globalisierten Business-Welt.

Wir folgen dem Protagonisten Thomas, der für die hippe PR-Agentur Mars & Jung um den Globus jettet und Krisenmanagement, oder eben das Konstruieren von Realitäten betreibt. Immer hart am Limit läuft er praktisch nur auf Alkohol und Tranquilizern zu Hochleistung auf. Immer alles geben für die Illusion einer besseren Welt, auch wenn diese nur aus fingierten Zertifikaten, oder sogenannten ‚Hope-Stories‘ besteht. Hauptsache es entstehen keine Umsatzeinbußen bei den Klienten.

Die erste Inszenierung, mit der wir konfrontiert werden, soll das Sozialprogramm eines große Saatgutkonzerns in Brasilien ins rechte Licht rücken. Dafür scheut man weder Kosten noch Mühen. Ein Imagefilmchen der besonderen Art soll gedreht werden. Dabei brennt allerdings das Dorf der indigenen Statisten komplett nieder, die Hauptdarstellerin erleidet starke Verbrennungen und beinahe verbrennt auch noch das im Waisenhaus gemietete Kleinkind. Doch die Bilder sind es, die zählen, und die sprechen die richtige Sprache und werden unverzüglich auf youtube hochgeladen und sammeln bald riesige Klickzahlen.

Doch auskosten kann Thomas seinen Erfolg nur kurz, denn nach kurzem Aufenthalt in Deutschland muss er nach Indien jetten, denn dort gab es ein Problem in einer Textilfabrik. Doch nichts, was nicht möglich wäre:

„Denn es besteht eine ziemlich große Bereitschaft in der Zielgruppe, Fabrikeinstürze am anderen Ende der Welt schnell zu vergessen, wenn das Glitzershirt aus der Pre-Fall-Kollektion nur verführerische 4,99 Euro kostet.“

Hinter der sauberen Fassade der vielen vielen Öko-Bio-Sozial-Initiativen der großen Konzerne steckt eine ausgeklügelte Märchenindustrie, das ahnen wir bald – ja irgendwie wussten wir es schon immer. In der Gestalt des Thomas können wir jetzt einen Einblick nehmen in das Erschaffen solcher Schönfärberei, oder eben – Greenwashing.

Die Figur des Thomas ist für mich die konsequent ins 21. Jahrhundert übertragene Version von Typen wie Don Draper und Patrick Bateman. Bio-Schickeria – wie er es selbst einmal nennt. Ein Einzelkämpfer mit verqueren Wertvorstellungen, einst als idealistischer Journalist gestartet, doch inzwischen vom Weg abgekommen, weit abgekommen. Sich seiner Familie entfremdend, sein einziger Freund ist gleichzeitig sein härtester Konkurrent und seine Freundin muss einem ständigen Vergleich mit der sexy Trainee standhalten, vereinsamt er immer mehr. An einer Stelle rühmt sich Thomas gar, willentlich nur mit der zweitbesten Option zusammen zu sein. Das die Chose kein gutes Ende nehmen kann, können wir ahnen.

Da inzwischen jeder Discounter eine Biomarke hat und jede im Ausland produzierende Kette irgendwelche Zertifikate auf seine Produkte pappt, trifft dieses Buch den Zeitgeist eben genau wie im letzten Jahr Dave Eggers. Ein Debut mit Scmackes! Das findet auch Jan Brandt: »›Greenwash, Inc.‹ ist der Roman für alle, die glauben, mit Slowfood und Biokonsum die Welt verbessern zu können. Eat this!«

Karma is only a bitch if you are!

Bibliografisches:

ISBN 9783832197643

Erschienen im DuMont Buchverlag, Juli 2015
392 Seiten, gebunden

€ 19,99

Könnt ihr auch als ebook lesen, allerdings ist die gebundene Ausgabe auch noch toll ausgestattet 😉

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Blackout – Marc Elsberg

BLACKOUTMorgen ist es zu spaet von Marc Elsberg

(c) Blanvalet Verlag

Direkt der nächste Wissenschaftsthriller, und was für einer! Bezeichnenderweise habe ich dieses Buch als elektronische Ausgabe. In dieser Form schlummerte es schon eine ganze Weile in den Untiefen meines Readers vor sich hin. Bis jetzt.

Im Kölner Raum gab es in letzter Zeit wiederholt Stromausfälle, zuletzt in Brühl (Wieder freie Fahrt im Phantasialand; Kölnische Rundschau vom 7.4.2015), was mich jetzt doch mal dazu animierte, dieses Hochgelobte Buch zu lesen.

Und ich wurde nicht enttäuscht!

Für die Hauptfigur Piero Manzano beginnt das Ganze noch recht harmlos mit einer Platzwunde an der Stirn. Als mit dem Strom die Ampeln ausfallen, gerät er in einen Auffahrunfall, kommt aber (für’s Erste) relativ glimpflich davon.
Zuhause entdeckt er zufällig, dass der Stromausfall wohl über bewusste Manipulationen an den neuen Smart-Meter, den intelligente Stromzählern mit denen ganz Italien und auch Schweden zu diesem Zeitpunkt ausgestattet sind, herbeigeführt wurde. Denn geht erst einmal ein, oder hier sogar zwei komplette Länder vom Netz, bricht unweigerlich das komplette europäische Netz zusammen; zu sehr ist man inzwischen untereinander verbunden, um einzelne Teile voneinander abzuschirmen – geeintes Europa.

Erschreckend, wie sehr unsere Gesellschaften vom jederzeit verfügbaren Strom abhängig sind. Und ‚kein Strom‘ heißt nicht nur, dass man zuhause kein Licht mehr hat. Das macht Marc Elsberg mit diesem Buch nur allzu deutlich. Es kommt dann auch kein Wasser mehr aus der Wand, du kannst nicht mehr dein Auto volltanken. Nach und nach fällt so ziemlich alles weg, was für uns zu einem normalen Leben gehört.
Was zuerst in großen Gesten die Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen hervorbringt, verkehrt sich bald ins Gegenteil und jeder ist sich selbst der Nächste. Wenn es wirklich ernst wird, driftet die Gesellschaft rasend schnell der Anarchie entgegen.
Während die Regierungen verzweifelt bemüht sind, einigermaßen die Versorgung aufrecht zu erhalten und die Probleme in den Griff zu bekommen, herrscht in vielen Gegenden schon Selbstjustiz, Plünderung und das Recht des Stärkeren.

Den Begriff ‚Stunde Null‘ kennen wir aus dem vergangenen Jahrhundert in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg und bezeichnenderweise beginnt das Buch mit ‚Tag 0‘. Denn das steht auch hier letztlich dahinter: ein neues Gesellschaftsmodell soll entstehen, und nach Ansicht der ‚Umstürzler‘ geht das nicht aus sich heraus, bei null soll es losgehen. Erst muss eines zuende gehen, bevor ein neues entstehen kann.

Marc Elsberg erzählt in chronologischer Folge tageweise die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven. Aus Kraftwerken, aus dem Krisenstab der deutschen Regierung, aus dem Hauptquartier der Europol und verschiedenen anderen Orten bekommen wir einen weitläufigen Überblick über das Geschehen auf dem europäischen Kontinent, wobei Piero Manzano immer der Haupterzählstrang bleibt.

Spannend, erschreckend, warnend, viel zu realistisch und gerade daher – sehr empfehlenswert. Völlig zu Recht als spannendstes Wissenbuch 2012 ausgezechnet. Ich möchte den sehen, der während der Lektüre nicht zumindest überlegt, sich den Keller gut mit Wasser und Konserven zu füllen. Ich schwinge mich schon mal aufs Fahrrad und kaufe ein paar Gaskartuschen.

Bibliografisches:

9783764504458

Erschienen im Blanvalet Verlag, März 2012
800 Seiten, gebunden

€ 19,99

Auch erhältlich als Taschenbuch, als ebook und zum Hören.

Blackout – Morgen ist es zu spät           Marc Elsberg – Autorenseite

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Einschlägig bekannt – Dominique Manotti

einschlägig

(c) Argument Verlag

Dominique Manotti schreibt die besten französischen Krimis. Zumindest soweit ich das beurteilen kann. Das ist immer treffsicher, düster, rasant und nah an der Realität.

In Einschlägig bekannt geht es um einen Pariser Vorstadtbezirk, ein Teil der Stadt, der auch gerne unter dem Begriff der Banlieue (Bannmeile) generalisiert wird. Das die Bezeichnung nichts Gutes verheißt, liegt auf der Hand.

Wir folgen hier einer Gruppe korrupter Polizisten, die sich mit Schutzgelderpressung bei Prostituierten ein Zubrot verdienen. Doch es geht nicht nur ums Geld, wie so oft geht es natürlich auch um Macht.
Parallel dazu wird aus der Perspektive von zwei Neulinge in eben jenem Polizeirevier erzählt. Isabelle wird direkt am ersten Tag von einem Kollegen sexuell belästigt und für Sebastién geht es ins sogenannte ‚Heulbüro‘, wo Bürger ihre Beschwerden und Anzeigen vorbringen dürfen.
Sebastién ist hier schnell desillusioniert, denn die Anzeigen werden für die Statistik abgearbeitet. Da möchte beispielsweise eine Frau ihren Mann anzeigen, da er sie schlägt und sie Angst um ihre Kinder hat. Doch ‚zwei geschlagene Frauen an einem Tag‘ – schlecht für die Statitik. So wird die Frau mit Kaffee und Keksen abgespeist und nach Hause geschickt – was sich später noch als fatale Fehlentscheidung herausstellen wird.
Für Isabelle geht es bald auf Streife und sie wird Zeuge von willkürlichen Kontrollen, Gewalt und Machtmissbrauch ihrer Kollegen.

Und natürlich gibt es da auch noch die ‚Oberschicht‘: Comissaire LeMuir ist der aufgehende Stern am Himmel der Polizeielite, mit klar politischen Ambitionen. Sie ist die Chefin des Komissariates und versucht die politische Linie des Innenministers in spe durchzusetzen, der die Randbezirke reinigen will. Da werden unter anderem baufällige Häuser angezündet, in denen Flüchtlinge und verarmte leben. Selbstverständlich ist das ‚Bauland‘ schon an Investoren verkauft und die Gabäude eine Gefahr für Bewohner und öffenliche Hygiene.

Schließlich taucht auch noch Noria Ghozali auf, arabischstämmige Französin, die versucht, die korrupten Polizisten zu überführen und sich dabei nicht immer ganz legaler Mittel bedient. Eigentlich die Serienfigur Manottis, sind die Hauptfiguren in diesem Buch andere.

Manotti hat ein gutes Gespür für authentische Figuren und überdreht deren Darstellung nicht. Jedes einzelne Wort nimmt man ihr ab. Und bei all der Dramatik des Stoffes macht das Lesen dennoch Spaß.
An der Aktualität der Banlieue-Dramatik, Gebieten die mit dem Reiseführer-Paris so ganz und gar nichts zu tun haben, hat sich auch im Jahr 2015 nicht viel geändert.
Schon vor zehn Jahren sorgte das Thema für große Aufmerksamkeit, als zwei Jugendliche auf der Flucht vor der Polizei in einem Trafohäuschen starben und daraufhin Unruhen ausbrachen und Sarkozy die Vorstädte mit dem Hochdruckreiniger säubern wollte.
Und wieder zehn Jahre zuvor (1995) drehte Mathieu Kassovitz den Film ‚Hass‘, der das Leben einer Gruppe Jugendlicher in eben den abgehängten sozialen Problemorten der Pariser Vorstadt thematisiert, an dem man schon  gut die Pulverfassqualität französicher Innenpolitik ablesen konnte.

Also merken: Dominique Manotti. Steht ganz weit oben auf der Liste des politischen hardboiled Krimis. Bei mir zumindest.

Und jetzt nachholen am Bildschrim: ‚Hass‘ gucken. Und wenn ihr korrupte Cops mögt: die französische Serie ‚Braquo‘.

Bibliografisches:

9783867541985

Erschienen im Argument Verlag, November 2011
Aus dem Französischen übertragen von Andrea Stephani
Originaltitel: Bien connu des services des polices
256 Seiten, Taschenbuch

€ 12,90

Auch für’s elektronische Lesen zu haben: Einschlägig bekannt.

Kategorien: Action, französische Literatur, Krimi, Politik | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , | Ein Kommentar

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